Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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ſeinem Freund zu ſehen und ihn zu fragen, wann und wo er das geſagt hatte. Sein Erſtaunen ging aber in Rührung über, als er bemerkte, daß Zedwitz wirklich nicht weit von ihm ſtand, ſein ganzes Ausſehen aber wild und zerſtört, ſeine großen Augen auf Hildegarde's bewegungsloſe Geſtalt geheftet waren.

Rach Beendigung des Gottesdienſtes ſchloß ſie ihr Buch und erhob ſich ruhig, während Madame Ro⸗ ſenberg ihre drei Kerzen auslöſchte und in ihren Strick⸗ beutel ſteckte. Als die Lichter nach einander verſchwan⸗ den, erfolgte ein allgemeines Drängen nach den nächſten Thüren. Hamilton war im Begriff, den Roſenbergs zu folgen, als er ſich von einem ſtarken Arm nach der entgegengeſetzten Richtung gezogen fühlte und Zedwitz ihm zuflüſterte: „ein Wort, ehe Sie nach Hauſe gehen.“

Mit der Menge gelangten ſie bald aus der Kirche heraus — es regnete in Strömen, und mehrere Perſo⸗ nen verſuchten wieder nach dem Chorgang zurückzukeh⸗ ren, während ſie Boten oder Diener nach Regenſchirmen fortſchickten. Die Wagen rollten ſchnell nach allen Rich⸗ tungen davon und Hamilton ſchritt in wenigen Minu⸗ ten unter den blätterloſen Bäumen auf dem Prome⸗ nadeplatz hin.

„Ich bin krank,“ ſagte Zedwitz, „wirklich krank — dieſes Leben iſt nicht auszuhalten, — ich bekomme ein Fieber oder werde wahnſinnig, wenn ich hier bleibe.“

„Sie ſehen wirklich krank aus,“ ſagte Hamilton, „eine andere Luft und Umgebung wird Ihnen gut thun — aber iſt es räthlich, in dieſem Regen zu bleiben, wenn Sie Fieber haben 2“

„Gewiß nicht, aber ich kann meine Reiſe nicht an⸗ treten, ohne mich von Ihnen zu verabſchieden.“ 3 „Reiſe! wohin wollen Sie denn gehen?“ 8 „Nach Paris — oder Rom — over Athen — oder Jeruſalem.“

„Ich glaube; — morgen gedenke ich zu Lengheim

„Wird Ihr Vater ſeine Einwilligung dazu geben?“ —