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freundliche Nacht; die flackernden Lampen warfen einen unſteten Schein auf die Straße.
„Das Wetter iſt nicht ſehr einladend,“ ſagte Hilde⸗ garde mit einem leichten Schauer, indem ſie in das warme Zimmer zurück trat.
Hamilton lehnte ſich eine Zeitlang ſchweigend hin⸗ aus und flüſterte dann „wer iſt das?“
Er deutete auf die entgegengeſetzte Seite der Straße, wo eine in einen Mantel vermummte Geſtalt gerade gegenüber von dein Hauſe geſtanden war und jetzt ſchnell davon ging.
„Wiſſen Sie, wer es war?“
3 „Ich glaube, es war Graf Zedwitz,“ antwortete . Hildegarde.
„Sie wußten, daß er hier war? Sie kamen an das Fenſter, nach ihm zu ſehen?“
„Nein,“ ſagte Hildegarde ruhig.“
kennen?“
„Der Mantel war mir bekannt, den er in Seon zu tragen pflegte.“ 5 „Ach — ja — wahr — armer Junge!“ ſagte Hamilton.
„Wie geneigt Sie ſind, einen Verdacht gegen mich zu faſſen!“ bemerkte Hildegarde vorwurfsvoll.
Tadel gegen Sie auszuſprechen, daß Sie Zedwitz einen Hoffnungsſtrahl geben, um ſeine Verzweiflung zu lin⸗ dern.
eine unverzeihliche Coquetterie!,“
„Coquetterie! wenn Sie ihn wirklich lieben!“
„Ihn lieben!“ wiederholte Hildegarde haſtig. — „Nein — ja — das heißt, ich kann ihn leiden — ich kann ihn ſehr wohl leiden.“ 2
In dieſem Angenblick begannen alle Kirchenglocken
von München gleichmäßig ihre lauten Klänge zu ver⸗
„Wie vermochten Sie dann, ihn ſogleich zu er⸗
„Man möchte Sie im Verdacht haben, ohne einen
„Ich würde mich ſelbſt tadeln — denn es wäre


