Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Haben Sie nicht geſehen, wie Hildegarde's Hand zitterte, als ſie uns den Kuchen anbot. Sie hat gewiß wieder einen Zorn, obwohl ich mir nicht einbilden kann, weßhalb, da ſie nur mit ihrer Freundin, Fräu⸗ lein von Hoffmann, geſprochen hat! Berger iſt ſeit Ihrer Krankheit Hausarzt bei den Hoffmanns geworden: fie haben ihn ſo lieb gewonnen und ſind ſo artig gegen mich, daß ich ſie hetzt oft beſuche. Beiläufig, dieſer Graf Raymund iſt bezaubernd, ſcheint aber nicht im Mindeſten ſich um ſeine Braut zu bekümmern, die frei⸗ lich nichts weniger als hübſch iſt. Sie ſah nicht halb erfreut darüber aus, daß er dieſen Morgen ſo viel mit mir ſprach! Ein ſo kleines Mopsgeſicht, wie ſie, hat durchaus kein Recht, eiferſüchtig zu ſein, wiſſen Sie, und je bälder ſie es ertragen lernt, daß er andern Frauen Aufmerkſamkeiten erzeigt, deſto beſſer!“

„Wie freundlich von Ihnen, ihr eine ſolche Lek⸗ tion zu geben!“

„Zch ſehe es Ihnen an, daß Sie mich für bösar⸗ tig halten,“ ſagte Madame Berger.

„Oder für malitiös!“ ſagte Hamilton.

„Vielleicht war ich es ein wenig,“ ſagte Madame Berger mit einem Schein reuigen Nachdenkens. „Bei Allem iſt Fräulein von Hoffmann ein gutmüthiges, höchſt harmloſes Weſen!“

„Sie iſt auch verſtändig und gebildet,“ ſagte Ha⸗ milton warm.

„Sie ſehen mit Hildegarde's Augen, die, wie Sie wiſſen, keinen Mittelweg kennt. Fragen Sie dieſelbe ja nicht, was ſie von mir denkt, das iſt Alles, um was ich Sie bitte. Sehen Sie, dießmal wird ſie uns keinen Kuchen anbieten, weil wir vorhin, da ſie her⸗ kam, keine Notiz von ihr genommen haben.“

„Ich hatte ſie nicht geſehen,“ ſagte Hamilton, „ich glaube, ich bewunderte den Ring, den Ihnen, wie Sie mir ſagten, einer von des Doktors Patienten gegeben hat.“