Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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rung, Sie hätten eine Neigung zu dem jungen Stu⸗ denten Biedermann gefaßt, der Ihnen Unterricht im Deutſchen gibt.“

„Das ſieht ihr gleich!“ rief Hildegarde aufgebracht.

„Hokar, der zugegen war, lachte über die Maßen und war von ihrem Geplauder wirklich ſo beluſtigt, daß er ganz munter wurde und ſich liebenswürdiger zeigte, als ich ihn ſeit langer Zeit geſehen habe, — bis er hieher gekommen iſt und Creſcenz's Armbänder und die Uhr, welche Hamilton Ihnen gab, geſehen hat.“

Hildegarde ſenkte den Kopf, um ein Erröthen zu verbergen, deſſen ſie ſich nur zu gut bewußt war.

„Ich habe nicht die Abſicht, die Uhr länger, als

dieſen Abend zu behalten,“ ſagte ſie nach einer nach⸗ denklichen Pauſe, „es iſt ein viel zu werthvolles Ge⸗ ſchenk, um es — von einem Fremden anzunehmen, — aber das hat für Oskar nichts zu bedeuten, der leicht eine beſſere Beſchäftigung hätte finden können, als mit Lina Berger über mich zu lachen.“

„Mein liebes Kind, er lachte über jene! er ſagt, ſie wäre wegen des kleinen Biedermann eiferſüchtig!“

„Bah!“ rief Hildegarde unmuthig.

„Wollen Sie mir wenigſtens nicht den wahren Stand der Sache mit dem Grafen Zedwitz ſagen 2“

„Jetzt nicht — jetzt nicht, Marie — ich wünſche in der That, daß dieſes Gegenſtandes gar nicht mehr gedacht werde,“ ſagte Hildegarde, plötzlich aufſtehend und nach der Thüre gehend, die ſie aber kaum erreicht hatte, als ſie von ihrer Mutter zurückgerufen und auf⸗ gefordert wurde, den Kuchen der erwartenden Geſellſchaft, die ſich bereits mit ſchwachem, aber ſtark mit Vanille gewürztem Thee verſehen hatte, herumzureichen.

Hamilton war ſo von Madame Berger in Anſpruch genommen, daß er Hildegarde, als ſie an ihm vorüber⸗ ging, nicht bemerkte; die Augen ſeiner Geſellſchafterin folgten ihm aber eine Zeit lang verſtohlen nach, und

dann wandte ſie ſich zu ihm und bemerkte lachend: