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wenn es ihr beliebt, finden zu können. Creſecenz ſagt, ſie habe, nachdem der erſte Zornesausbruch vorüber war, die Sache ſehr kaltblütig aufgenommen. Als Graf Zed⸗ witz fort war, lobte ihr Vater, wie gewöhnlich, ihr Benehmen über alle Maßen und dankte ihr mit Thrä⸗ nen in den Augen für ihre Willfährigkeit gegen ſeine Wünſche. — Was meinen Sie, daß ſie that? Sie ſagte ihm in ihrer gewöhnlichen ungraziöſen Weiſe, ſie ver⸗ diene weder ſein Lob noch ſeinen Dank, da es ſie keine große Ueberwindung gekoſtet habe, dem Grafen Zedwiß einen Korb zu geben.“
„Außerordentliches — unerklärliches Mädchen!“ murmelte Hamilton.
„Durchaus nicht,“ rief Madame Berger erröthend, „durchaus nicht; denn neben dem Stolz, den ſie hat, iſt ſie von Natur heftig und hat ſtarke Leidenſchaften. Ich bin überzeugt, ſie wird niemals Jemand heirathen, der nicht von Rang iſt; aber es iſt ſowohl möglich als wahrſcheinlich, daß es ihr in den Kopf kommt, ſich ver⸗ zweifelt in Jemand zu verlieben, den ſie tief unter ſich betrachtet. Ich habe ſtarken Verdacht, daß dieß ſchon geſchehen iſt, und Theodor Biedermann das begünſtigte Individuum iſt.“
„Biedermann!“ wiederholte Hamilton erſtaunt.
„Ja, Theodor Biedermann; aber bei ihm wird ſie
alle ihre Kunſt und Heftigkeit ohne Nutzen finden. Er
gibt kaum zu, daß ſie hübſch ſei.“
„Ich glaube, Sie ſind ganz und gar im Irrthum über ſie,“ begann Hamilton. „Ich bemerkte nie das Geringſte —“
„Sie ſind länger, als drei Wochen fort geweſen,“ ſagte Madame Berger, ihn unterbrechend. „Wenn ich richtig gerathen habe, wird Hildegarde eine ſtrenge Lek⸗ tion erhalten, die, wie ich hoffe, bei ihr gut anſchlagen wird.“ „Wie meinen Sie das?“


