Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Ich vergebe Dir,“ ſagte Hildegarde, „aber ich kann Dir nie wieder trauen.“

Der Ton von Madame Roſenberg's Stimme, die mit Major Stultz im anſtoßenden Zimmer ſprach, be⸗ wirkte, daß Creſeenz aufſprang und den Kindern, welche ihm entgegenliefen, folgte.

Hamilton ſah Hildegarde an, jedoch ohne ein Wort zu ſprechen. Jeder Zug ihres Geſichts drückte tiefen Verdruß aus, als ſie langſam auf das Fenſter zutrat und das Geſicht daran lehnte.

Die Begrüßungen im nächſten Zimmer waren herz⸗ lich; die Kinder erinnerten den Major lärmend an die Geſchenke, die ex ihnen von Nürnberg mitzubringen ver⸗ ſprochen hatte.

„Sie ſind gekommen oder kommen,“ antwortete erz „ich habe ſie alle aufgepackt, aber denkt nur, das Chriſt⸗ kindlein traf mich unterwegs hieher, nahm mir alle und verſprach, ſie ſelbſt dieſen Abend unter den Chriſt⸗ baum zu legen.“

„Run,“ rief Fritz, „ich muß geſtehen, daß dieſer vierundzwanzigſte December der längſte Tag im ganzen Jähr iſt.“

„Und doch hält man ihn gewöhnlich für einen der kürzeſten,“ ſagte Major Stultz lachend; er näherte ſich Hamilton und ſchüttelte ihm die Hand.

„Sie ſind auch erſt angekommen, ſo gut wie ich, ſagt man mir. Alle meine Leute in Nürnberg wollten mich überreden, dort zu bleiben, um der Cholera aus dem Weg zu ſein, und es wäre ihnen vielleicht gelun⸗ gen, hätte ich nicht ſo große Ungeduld gehabt, Cres⸗ cenz wieder zu ſehen; außerdem hoffe ich, durch meine Gegenwart die Sache zu beſchleunigen und in ſpäte⸗ ſiens vierzehn Tagen wird Madame Roſenberg —“

„Ich habe nichts dagegen, mein lieber Major; aber Franz hat ſich in den Kopf geſetzt, daß Creſcenz bis nach ihrem Geburtstag warten und vor der Hoch⸗ zeit mit ihrer Schweſter auf einen Ball gehen müſſe.