Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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zu tief zu ſtehen, um von ihr Notiz zu nehmen, und doch iſt ſie ein Dutzend wie Du, und ein Hundert wie Lina Berger werth.“

36 habe eine neue Art von Börſe zu machen ge⸗ ernt.“

Als ob ich nicht wüßte, daß die Börſen alle fertig find! Nein, Ihr ſprachet von dem alten Grafen Zedwitz, der ſo krank war, daß der Doetor ihn auf ſeinem Schloſſe beſuchen mußte. Ich habe Alles gehört, was Ihr ſag⸗ tet, und auch verſtanden, obwohl Ihr Franzöſiſch ſprachet.“

Hildegarde wurde ſehr bleich, wandte ſich plötzlich zu Creſcenz und ſagte mit kaum hörbarer Stimme:

„Creſcenz, Du haſt doch gewiß nicht die Grauſam⸗ keit gehabt, Lina Berger Erklärungen zu geben, oder ihre Neugierde zu befriedigen?“

„Lina vermuthete faſt Alles und machte ſo viele Fragen an mich, daß ich nicht wußte, was ich darauf ſagen ſollte. Du vergiſſeſt daß man den Doetor geholt hat und der alte Graf vor innerer Aufregung krank ge⸗ worden iſt: wahrſcheinlich hat er ihm alſo Alles geſagt.“

„Und was er ungeſagt ließ, haſt Du ergänzt. Es iſt das letzte Mal, daß ich Dir mein Vertrauen ſchenke.“

„Sei nicht böſe, Hildegarde,“ rief Creſeenz mit Thränen in den Augen, „es iſt gewiß keine Schande für Dich, daß ein Mann wie Graf Zedwitz den Wunſch gehabt hat —“

„Stille,“ rief Hildegarde ſtreng, „und erwähne die⸗ ſen Namen nie wieder!“

„Hu,“ pfiff Fritz; „Hildegarde hat einen Zorn, ſeht nur ihre Augen an! Schlagt Euch, Creſcenz, und gleicht die Sache damit wieder aus!“

Aber Creſcenz ergriff ihrer Schweſter Hand und ſtammelte: 5

„O Hildegarde, vergib mir; ich habe Unrecht ge⸗ than, aber Du weißt, daß Lina Berger immer aus mir macht, was ihr beliebt. Vergib mir — ſage nur, daß Du mir dießmal vergibſt!“ *