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„Ich commandire nicht,“ rief Hamilton, ſie unter⸗ brechend, „ich commandire nicht, ſondern,“ jetzte er mit ſehr leiſer Stimme und noch näher tretend, hinzu, „ich bitte — ich bitte Sie, mir mitzutheilen, was Sie ihm geſagt haben.
„Ich habe ihn daran erinnert, daß er mit meiner Freundin verlobt ſei,“ begann Hildegarde langſam und widerſtrebend. „
„Wohl, wohl; und dann —“
„Und dann — habe ich ihm geſagt, daß ich ihn nicht anders, denn als einen Cuuſin lieben könnte.“
„Aber in einer Lage, wie die ſeinige, muß er doch gerade eine ſolche Antwort von Ihnen erwartet haben⸗ Wäre er frei und unabhängig, würden Sie wahrſchein⸗ lich ganz anders geſprochen haben. Tröſteten Sie ihn nicht damit, daß Sie ihm dieſes ſagten2“
Hildegarde ſchwieg mit faſt geſchloſſenen Augen.
„Und wenn Sie ihm das jgten, fuhr Hamilton fort, „ſo gab es keine mögliche Entſchuldigung für die Dolch⸗Scene. Er hätte darüber wohl in Verzweiflung gerathen, aber nicht zu einem ſo verzweifelten Beneh⸗ men ſchreiten können. Geſtehen Sie mir, Hildegarde, haben Sie das geſagt?“
„Nein,“ antwortete ſie beinahe flüſternd, „nein! denn obwohl ich Oskar bewundere, liebe ich ihn durch⸗ aus nicht.“
„Dann müſſen Sie ihm etwas Anderes geſagt haben!“ „Sie quälen mich,“ murmelte ſie mit einem Aus⸗ 3 druck des Schmerzes.
„Ich ſehe es wohl,“ antwortete Hamilton. „Ver⸗ geben Sie mir, aber ich muß noch eine Frage an Sie richten. Hat er nicht gefragt, ob Sie einen Andern lieben?“
„Ja,“ ſagte Hildegarde mit abgewandtem, vom tiefſten Roth übergoſſenem Geſicht. „Und Sie haben es zugeſtanden?“


