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von Ihnen ſcheiden, ohne die Gewißheit Ihrer Ver⸗ zeihung mitzunehmen.“
„Sie iſt gewährt — oder vielmehr, ich habe nichts zu verzeihen,“ erwiederte Hildegarde, „denn Sie hat⸗ ten ganz Recht, nicht auf meine Beichte zu hören, ob⸗ wohl ich zu dem Zweck aufgeblieben bin, ſie Ihnen abzulegen.“
Sie war bei dieſen Worten ſehr bleich geworden und Hamiltomerinnerte ſich lebhaft an alle die lange und unermüdete Aufmerkſamkeit, die ſie ihm während ſeiner Krankheit erwieſen hatte. Er wunderte ſich, wie er auch nur einen Augenblick dieſelbe hatte vergeſſen können, und blieb, in Gedanken verloren, ſtehen, bis ſie, mit einer leichten Handbewegung nach der Thüre, ihm eine glückliche Reiſe und viel Vergnügen wünſchte. Anſtatt dem Zeichen zu gehorchen, ging er gerade auf ſie zu, indem er ſagte:
„Sie dürfen nicht erwarten, daß ich an Ihre Ver⸗ gebung glaube, bis Sie mir Alles geſagt haben, was ich geſtern Abend nicht hören wollte.“
„Wie unbillig Sie ſind,“ ſagte ſie mit ſchwachem Lächeln, „wenn ich Ihnen jedoch ſage, daß ich wünſche, Sie möchten mein Zimmer verlaſſen, daß ich zu unwohl bin, um zu ſprechen, ſo werden Sie gewiß —“
„O natürlich, natürlich,“ ſagte Hamilton, der Billig⸗ keit ihrer Forderung wohl bewußt. „Nur eins müſſen Sie mir noch angeben, was Sie Raymund geſagt haben, um ihn dahin zu bringen, daß er Ihnen mit Selbſtmord drohte.“
S Sie mich nicht,“ ſagte Hildegarde un⸗ ruhig.
„Das iſt es eben, auf deſſen Mittheilung ich be⸗ ſtehen muß“ fuhr Hamilton weiter fort.
„Sie ſagen, daß Sie gekommen ſind, um meine Vergebung zu erbitten, ſind aber, wie es ſcheint, wie⸗ der in Ihre alte Gewohnheit, zu commandiren, ver⸗ fallen, und —“


