Teil eines Werkes 
7. bis 11. Bändchen (1854)
Entstehung
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alle Fälle iſt Major Stultz's Schweſter plötzlich geſtor⸗ ben und er muß morgen nach Nürnberg abreiſen.“

„Es thut mir leid, daß er ſeine Schweſter verloren hat,“ ſagte Hamilton mitleidig.

„Nun, wahrhaftig, der Verluſt iſt eher ein Ge⸗ winn,“ erwiederte Madame Roſenberg. „Er wußte ſehr wenig von ihr, — ſie war unverheirathet, reich und geizig — immer auf dem Punkt, ſich zur Värrin zu machen und einen jungen Studenten oder Officier zu heirathen. Jetzt erbt der Major in aller Ruhe ihr gan⸗ zes Vermögen — eine ſehr hübſche Zugabe zu dem, was er bereits hat. Ich habe Creſcenz geſtern Abend geſagt, daß ſie ein größeres Lvos, als ſie erwartete, ge⸗ zogen hat!“

„Und was ſagte ſie?“

„Nun, nicht viel — aber ſie ſah ausnehmend er⸗ freut aus. — Ihr Vater ſagte mir, er glaube ſie ſei ſo froh, daß ihre Heirath verſchoben worden ſei, und kümmere ſich nicht im Mindeſten um das Geld, deſſen Werth ſie noch gar nicht verſtände — das mag zum Theil richtig ſein — Creſcenz mag nichts gegen den Aufſchub einzuwenden haben, aber ſie iſt jetzt mit dem Major ganz zufrieden und hat durchaus keinen Wunſch mehr, ihr Verhältniß mit ihm abzubrechen. Graf Ray⸗ mund iſt ihr von großem Nutzen geweſen.“

„Wie meinen Sie das?“ fragte Hamilton erſtaunt.

„Nun, ſeine unverzeihliche Nachläſſigkeit gegen Ma⸗ rie von Hoffmann bildet einen ſtarfen Contraſt zu des Majors Aufmerkſamkeiten und hübſchen Präſenten. Cres⸗ cenz iſt ſehr kindiſch, aber ſie hat dennoch den Unter⸗ ſchied bemerkt, und ich habe die Gelegenheit nicht ver⸗ ſäumt, ihr zu erklären, daß alle jungen Männer gleich⸗ gültige Liebhaber und noch gleichgültigere Ehegatten ſeien, und ſie zuverläſſig nach ihrer Heirath viel glück⸗ licher, als Marie, ſein werde.“

„Der Wagen iſt da! der Wagen für Herrn Hamil⸗ ton iſt da!“ rief Peppi, in das Zimmer ſturzend, „und

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