„Sie fürchten doch, hoffe ich, keine ernſtliche Krank⸗
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„O nein — aber Creſcenz ſagt, ſie habe ſehr un⸗ ruhig geſchlafen — ſchreckliche Träume gehabt und ein⸗ mal während der Nacht ſich eingebildet, es wolle ſie Jemand erſtechen! Solch' eine Idee! Ich vermuthe,“ fügte ſie nach einer Pauſe hinzu, „Sit erwarten den Grafen Zedwitz Sie abzuholen?“
„Ich glaube ſo,“ ſagte Hamilton zerſtreut.
„Ich kann ihn allmälig gut leiden,“ bemerkte Ma⸗ dame Roſenberg.
Hamilton ſchien ſie gar nicht zu hören.
„Sie gehen in ein fröhliches Haus,“ fügte ſie hinzu, eniſen wird es bei einer ſolchen Veranlaſſung fröh⸗ lich ſein.“
„Bei was für einer Veranlaſſung?“ fragte Ha⸗ milton auſſchauend.
„Nun, haben Sie nicht geſagt daß die einzige Toch⸗ ter Hochzeit haben ſoll? Und iſt eine Hochzeit nicht etwas Fröhliches?“
„Richt immer,“ ſagte Hamilton, „denn die Bräute weinen gewöhnlich dabei und ſtecken dann auch die Braut⸗ jungfern an, und die Mama fällt halb in Ohnmacht, und der Papa iſt aufgeregt und wenn das junge Ehe⸗ paar Abſchied nimmt iſt es im Hauſe ungewöhnlich düſter, bis es ſich wieder mit neuem Volk anfullt. Eine Hochzeit iſt im Ganzen genommen ein tödtlich⸗lebhaftes Feſt, außer für di⸗ beiden Hauptperſonen dabei.“
„Ich will Ihnen das Gegentheil beweiſen,“ ſagte Madame Roſenberg, „Sie ſollen ſehen, wie fröhlich es auf unſerer Hochzeit hergeht — das heißt auf der von Creſtenz. — Habe ich Ihnen nicht geſagt, duß ſie bis zum Carneval verſchoben werden muß?“
„Kein Wort — ich habe gedacht, ſie ſolle Bor Weih⸗ nachten ſtattfinden.“
„Hochzeiten kommen ſelten oder nie während der Adventszeit vor,“ ſagte Madame Roſenberg, „aber auf


