Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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geſchlafen und ordentlich zugedeckt iſt. Beeilen Sie ſich nicht!“

Warum beugte ſich Hamilton über ſeinen Teller, und warum ſtieg ihm das Blut in die Schläfe, als die Thüre ſich ſchloß? Begann er ſeine Gleichgültigkeit in Zweifel zu ziehen oder fürchtete er eine Erklärung mit Hildegarde? Er wußte es kaum ſelbſt, aber fühlte ſich unbehaglich und gab ſich alle mögliche Mühe, ſeine Ge⸗ ſellſchafterin dieß nicht merlen zu laſſen.

Das ferne Rollen der Wagen hatte ſie ſchon be⸗ lehrt, daß die Oper vorüber warz aber erſt, als der Laut der Stimmen in der gewöhnlich ſtillen Straße die unmittelbare Rückkehr ihres Vaters mit ihrer Schwe⸗ ſter und Major Stultz wahrſcheinlich gemacht hatte, ſchöpfte Hildegarde Muth, um ſehr leiſe und ohne auf⸗ zuſchauen, zu ſagen:

„Was müſſen Sie von mir denken —“

„Wünſchen Sie von mir zu wiſſen, was ich von Ihnen denke?“ fragte Hamilton mit affectirter Gleich⸗ gültigkeit.

„Ja, aber urtheilen Sie nicht wieder zu ſtrenge.“

„Ich denke,“ ſagte er, ihr bedachtſam in's Geſicht ſehend, „ich denke, daß Sie ſehr ſchön ſind.“

„Bah!“ rief Hildegarde, indem ſie ihren Stuhl zornig zurückſchob, „ich habe eine ganz andere Antwort erwartet.“

„Eiwas Anderes,“ ſagte Hamilton in demſelben Ton, „vielleicht etwas von Wahnſinn und Verbrechen?“

„Der heutige Vorfall iſt kein Gegenſtand zum Scherzen,“ ſagte ſie ernſt.

„So dachte ich auch vor einigen Stunden,“ ſagte Hamilton, „nun aber kommt mir die ganze Affaire eher beluſtigend vor. Vielleicht hat jedoch Ihr Cuuſin allein das Privilegium, ſo mit Ihnen zu ſprechen, und in

dieſem Fall müſſen Sie mir verzeihen, wenn ich mich an das zu erinnern ſuche, was er geſagt hat: aber es wurde ſo gut aufgenommen —“