Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Erwarte nichts dergleichen! im Gegentheil, ich er⸗ warte, daß Du mich einladeſt, in dieſes Zimmer zu treten,“ erwiederte er, indem er keck auf ſie zuging.

„Wenn Du in dieſes Zimmer trittſt,“ antwortete Hildegarde ſtreng, ſo laſſe ich Dich dort und nehme meine Zuflucht zu Frau von Hoffmann, die, wie ich weiß, zu Hauſe iſt.“

„Sei nicht böſe, Liebſte! alle Orte ſind mir gleich, wo Du biſt. Alle Orte ſind mir gleich, wo ich Dir ohne Zurückhaltung ſagen kann, daß ich Dich mehr liebe, als je ein Couſin ſeine Couſine geliebt hat.“

„Die Zeit iſt zum Scherzen ſchlecht gewählt, Oskar; ich habe mich nie weniger in der Stimmung gefühlt, an dergleichen Freude zu haben, als dieſen Augenblick.“

„Wirklich! Dann laß mich Dir in allem Ernſt ſagen, daß ich Dich bis zum Wahnſinn liebe.“

„Oskar, ſelbſt im Scherz mag ich ſolchen Unſinn nicht hören.“

„Beim Himmel, ich ſcherze nicht!“

„Dann ſind, da Du nun verlobt biſt, Deine Worte ein Verbrechen.“

„Es ſei ſo, es gibt jedoch kein Verbrechen, das ich nicht unbedenklich begehen würde, um Dich damit zu erringen. Mein Verhältniß mit Marie abzubrechen, iſt eine Kleinigkeit, die gar nicht in Betracht kommt. Was würde ich aber dabei gewinnen?“

„Unehre,“ erwiederte Hildegarde feſt und kalt.

„Hildegarde,“ rief er wild, „affektire nicht eine Kälte, die Du nicht fühlen kannſt; treibe mich nicht bis um Wahnſinn! Meine Liebe duldet keinen Scherz; ie iſt nicht vernünftiger, alltäglicher Natur, ſondern ſo eftig⸗ wie mein Charakter, ſo verzweifelt wie meine

age.“

„Das iſt,“ dachte Hamilton, „gerade, was ſie wünſchte. Fährt er in dieſem Tone fort, wird ſie ihm die Thüre nicht vor der Naſe zuſchlagen. Aber ich habe jetzt ge⸗