Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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Keine Antwort; aber er glaubte ſie auf⸗ und ab⸗ gehen zu hören.

„Nur einen Augenblick,“ wiederholte er.

„Ich kann nicht, ich kann wirklich nicht. Bitte, gehen Sie fort!“

Er zog ſich langſam auf ſein Zimmer zurück; ſelbſt ehe er noch daſelbſt ankam, war er ſich der Albernheit ſeines Benehmens und der Klugheit des ihrigen be⸗ wußt geworden. Daß ſie keine Abneigung mehr gegen ihn hatte, deſſen war er ziemlich gewiß; daß ſie ſo vor⸗ ſichtig ein Geſtändniß anderer Gefühle vermieden hatte, war beſſer für beide, da es ſie in Stand ſetzte, ihren Verkehr auf demſelben Fuße fortzuſetzen, während das Anerkenntniß einer Erwiederung ſeiner Liebe dieſelbe großen Widerwärtigkeiten ausgeſetzt und in eine höchſt Lerlegene Stellung gebracht haben würde. Er war auf ſich ſelbſt böſe — erinnerte ſich mit Beſchämung daran, daß er in denſelben Irrthum, den er bei einer frühern Gelegenheit ſo ſehr zu bereuen Urſache hatte, wieder verfallen war, und beſchloß mit innerer Reue über ſeine Geſchwätzigkeit und mit Freude über Hildegarde's Schwei⸗ gen, ſich jeder weitern Bezugnahme auf dieſen Gegen⸗

ſtand zu enthalten. Ein Klingeln an der Eingangsthüre bewog ihn,

ſtehen zu bleiben und auf ihr Erſcheinen zu warten.

Sie achtete nicht auf dieſe Kundgebung, die mit einem

vertraulichen Klopfen an der Thüre wiederholt wurde. Sie rührte ſich noch immer nicht. Wiederum wurde die Klingel gezogen; das Klopfen wurde lauter, als ob es mit einem harten Gegenſtand hervorgebracht würde, . endlich ließ ſich ihr Name laut und vernehmlich ören.

„Ich komme, Papa,“ rief ſie endlich, ſprang herzu

und öffnete haſtig die Thüre. Graf Raymund ſprang in den Gang, drückte die Thüre mit der Achſel zu, lehnte ſich daran und brach