Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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Einundzwanzigſtes Kapitel. Der Kampf.

Am folgenden Sonntag ſah Hamilton die ganze Roſenberg'ſche Familie, mit Ausnahme von Hildegarde in den engliſchen Garten gehen. Es erſchien ihm ſon⸗ derbar, daß ſie zu Hauſe bleiben ſollte, wenn ihr Vater dabei war, und einen Augenblick dachte er daran, ſich nach dem Grunde zu erkundigen. Bei weiterer Ueber⸗ legung ließ ihn jedoch die Hoffnung, ſie allein zu Hauſe

zu finden, mit dem Pferd direkt nach Hauſe umwenden,

und als er in den Hof ritt, blickte er zu ihrem Fenſter hinauf, indem er erwartete, ſie, wie gewöhnlich, hier zu finden, bereit ihn zu grüßen und ſein Pferd zu be⸗ wundern — aber kein menſchliches Weſen war ſichtbar; ſelbſt ſein Diener, der ſeine Rückkehr nicht ſo früh er⸗ wartete, war verſchwunden, und ſo mußte er das Pferd ſelbſt in den Stall führen. Er ging über die Hinter⸗ treppe in das Haus, ſah in allen Zimmern, ſelbſt in der Küche nach, fand aber Alles verlaſſen. Madame Roſenberg's Zimmer war gleichfalls leer, aber durch die halboffene Thüre deſſelben ſah er Hildegarde auf dem Sopha im Geſellſchaftszimmer ſitzen und ſo eifrig leſen, daß ſie von ſeiner Anweſenheit nicht das Min⸗ deſte ahnte. Die tiefen Falten ihres dunkelblauen Me⸗ rinokleides mit ſeinem enganliegenden Leib verliehen ihrer hohen, ſchlanken Figur eine mehr als gewöhn⸗ liche Eleganz, als ſie ſich im Profil über das Buch beugte, und Hamilton blieb in ſtiller Bewunderung ſtehen, ſchlang unbewußt die Reitgerte um die Fauſt, bis ſeine Augen eine Sekunde auf dem Buch ruhten, das ſie in der Hand hielt. Er ſchrack zuſammen, zau⸗ derte, ſchritt dann heftig vorwärts und blieb vor ihr