Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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Major Stultz ſagte etwas davon, baß junge Mäd⸗

chen von ordentlichen Gewohnheiten auch gute Frauen abgeben, was ſie nicht zu hören ſchien; aber als Ha⸗ milton bei der Zurückgabe des Körbchens bemerkte, die Farben ſeien ſo einſichtsvoll geordnet, daß ſie ihn an einen Regenbogen erinnern, erhellte ein Lächeln kindi⸗ ſchen Entzückens ihre jugendlichen Züge, und gab ihr ein ſo hübſches Ausſehen, daß er ſcherzend den Korb

zurückhielt und eine Reihe Fragen über die verſchiede⸗

nen Farben begann, die ein ſolches Uebermaß von Un⸗ wiſſenheit in dieſer Beziehung verriethen, daß ſie ſich dabei unendlich mehr zu unterhalten ſchien, als Major

Stultz, der zuerſt auf den Tiſch trommelte, dann ſei⸗

nen Stuhl zurückſchob und ihr endlich etwas mürriſch ſie hindere Herrn Hamilton, ſeine Zeitung zu eſen.

Hamilton verſtand den Wink und gab den Korb mit leichtem Lächeln zurück; Creſcenz erröthete und folgte Major Stultz mit ſichtlichem Unmuth an einen

andern Tiſch, wo er ihr die heute von Nürnberg er⸗

haltenen Briefe vorzuleſen ſich bereit erklärte.

Hamilton zog ſeinen Stuhl nahe zu Hildegarde heran, während er bemerkte: „es freut mich ſehr, daß Sie Niemand haben, dem das Recht zuſteht, Ihnen das Sprechen mit mir zu verbieten.“

Hildegarde beugte ſich eine Minute über ihre Ar⸗ beit, blickte dann in die Höhe und fragte plötzlich:

„Was für eine Art von Perſon iſt Ihr älterer Bruder?“

„Der gutmüthigſte Burſche von der Welt, hübſch und unterhaltend. Sie würden ihn gewiß gerne ha⸗ ben, wenn Sie ihm anders verzeihen könnten, daß er

das abſcheulichſte Franzöſiſch ſpricht, das man ſich;

denken kann.“ „Iſt er liebenswürdig?“ „Liebenswürdig? o ſehr liebenswürdig.“