Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Ich möchte ſie ſehen,“ ſagte Hamilton, plötzlich Halt machend.

„Aber wenn Sie wieder umkehren, werden Sie die Brühe zum Sühnopfer ſchlucken müſſen,“ ſagte Madame Berger.

„Meinen Sie? Zedwitz, wollen Sie Madame Ber⸗ ger in den Wagen helfen — ich muß zu Hildegarde zurück, verſpreche aber, Sie nicht länger als eine Mi⸗ nute aufzuhalten.“

Mit dieſen Worten eilte er die Treppe hinauf, trat ohne Geräuſch mit Hülfe ſeines Hauptſchlüſſels ein und war, indem er durch ſein Schlafzimmer ging, im Stande, ſich von der theilweiſen Wahrheit deſſen, was Madame Berger behauptet hatte, zu überzeugen.

Hildegarde ging mit gerötheten Wangen im Zim⸗ mer auf und ab, ſprach zornig und ſtieß Alles, was ihr in den Weg kam, zurück.

„Was für eine Närrin — was für eine köſtliche Närrin bin ich geweſen, — daß ich mit eigener Hand Feuer angemacht habe, ihm dieſe Brühe zu wärmen!“ Dabei gab ſie dem Tiſchfuß einen Tritt, daß die Teller und Löffel darauf klirrten. „Wenn ich ihm je wieder eine Brühe wärme, ſo hoffe ich — ja, ſo hoffe ich, mir den Arm ebenſo zu verbrennen, wie es dießmal geſchehen iſt.“

Sie ſtreifte den Aermel zurück und blickte mit ge⸗ runzelter Stirne auf das verletzte Glied, das in der That ganz roth und mit Blaſen bedeckt war. Während ſie damit beſchäftigt war, mit ihrem Taſchentuch die langen Streifen Ruß, die noch für den Urſprung des Mißgeſchickes Zeugniß ablegten, zu entfernen, kam Ha⸗ milton herein, ergriff, kaum deſſen, was er that, ſich bewußt, ihre Hand und hielt fie feſt, während er die Fleiſchbrühe ſo ſchnell als möglich hinabſchluckte. Sie

war, wie Madame Berger geſagt hatte, ſehr heiß,

und als er die Schale wieder auf den Teller ſetzte,