Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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der in's Zimmer, als Hildegarde mit einem andern Schüſſelchen Suppe erſchien; ſie war aber über das Ausſehen des Letztern ſo erſtaunt, daß ſie mitten im Zimmer ſtehen blieb und, ohne zu ſprechen, fragend von Einem zum Andern blickte.

„Herr Hamilton will ausfahren,“ begann Ma⸗ dame Berger, welche fürchtete, Hildegarde möchte ihn von ſeinem Vorſatze abzubringen verſuchen.

„Ich will mit Zedlitz im Engliſchen Garten Schlitt⸗ ſchuh laufen,“ ſagte Hamilton.

„Vielleicht gehſt Du mit uns, Hildegarde; ich kann dabei die Ehrenhüterin machen,“ ſagte Ma⸗ dame Berger.

Hildegarde würdigte ſie keiner Antwort, ſondern wendete ſich zu Zedwitz und ſagte vorwurfsvoll:

„Das iſt keine Stunde, um einen Geneſenden in Verſuchung zu führen, zum erſten Mal auszugehen.“

„Ich verſichere Sie, ich habe ihn nicht dazu ver⸗ ſucht,“ erwiederte Zedwitz. „Ich erwähnte nur, ich ſeie Schlittſchuh gelaufen, um mich wegen meines ſpä⸗

ten Kommens zu entſchuldigen.“

„Sie denken doch gewiß nicht daran, an einem ſo kalten Tage auszugehen,“ ſagte ſie zu Hamilton.

„Das Wetter,“ bemerkte Madame Berger, „wird wahrſcheinlich um dieſe Jahreszeit nicht wärmer, und ich ſetze voraus, daß er doch einmal das Haus ver⸗ laſſen muß.“

„Ich bin wirklich nicht mehr krank,“ ſagte Hamil⸗ ton, „und die Luft, wenn auch kalt, wird mir gut thun.“

„Aber trinken Sie wenigſtens, ehe Sie gehen, dieſe Bonillon,“ ſagte Hildegarde, zu ihm tretend.

„Wie in aller Welt kannſt Du erwarten, daß Hamilton ein ſolches Gebräu verſchlucken wird!“ rief Madame Berger, indem ſie bei dieſen Worten den Deckel aufhob. Hildegarde ſtieß zornig ihre Hand zurück.