genöthigt, ſie feſt an der Hand zu halten. Major Stultz verſuchte mit halb beleidigter Miene, Creſcenz zu beruhigen, deren Geſchrei in einer Thränenfluth unterging. Rahmund ſetzte kaltblütig Fräulein von Hoff⸗ mann auseinander, daß Hamilton von der Bösartigkeit des Pferdes bei dem Kaufe gewußt, aber ſich für einen zu guten Reiter gehalten habe, um abgeworfen zu wer⸗ den. Hildegarde erhielt von einem Fremden ein Fläſch⸗ chen mit Kölniſch Waſſer und war bald an Zedwitz's Seite bem üht, Hamilton in's Bewußtſein zurückzurufen. Er öffnete bald die Augen, ſchaute rund um ſich und be⸗ gann, als Zedwitz ihn fragte, ob er verletzt ſei, unzu⸗ ſammenhängend Engliſch zu ſprechen.
„Wir müſſen einen Wagen bekommen und ihn ſo ſchnell als möglich nach Hauſe bringen,“ ſagte Zedwitz: „er ſcheint ernſtlicher verletzt zu ſein, als ich mir nach der kleinen Verwundung an den Schläfen dachte.“
„Ei, das iſt doch ſchrecklich!“ rief Madame Roſen⸗ berg, „und es iſt keine Seele zu Hauſe, denn ich habe Walburg auszugehen erlaubt. Hier iſt der Thürſchlüſ⸗ ſel — aber was kann ich mit den Kindern thun?“
„Laſſen Sie mich dieſelben in Aufſicht nehmen,“ ſagte Frau von Hoffmann.
Ich bin Ihnen für dieſes Anerbieten ſo verbun⸗ den, als ob ich es annehmen könnte, aber zum Un⸗ glück ſind ſie ſo ungezogen, daß ich ſie ebenſo wenig bei Ihnen, als bei ihren Schweſtern und dem Major laſſen fann. Es läßt ſich nicht anders machen, Hildegarde, Du mußt mitfahren und den alten Hans ſogleich zu Doctor Berger ſchicken.“ „Darf ich nicht auch mitgehen?“ fragte Creſcenz ſchüchtern, „ich bin ſo müde!“ „O natürlich,“ erwiederte ihre Mutter ironiſch; ein neuer Ausbruch Deines Geſchreis würde Herrn Hamilton ſehr gut thun. Hier, Hildegarde, nimm den Schlüſſel und mach, daß Du fort kommſt.“ Auf dem Heimweg war nur Hanilton geſprächig.


