Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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ſich vorgeſtellt hatte, denn die Schweſtern ſchienen ein Schutz⸗ und Trutzbündniß gegen ihn geſchloſſen zu haben. Creſcenz ſang nicht mehr, wenn ſie Paſteten und Pud⸗ dings in der Küche machen lernte, und wenn er higein⸗ ſchaute, zog ſie ſich hinter den Anrichttiſch zürück. Hildegarde's Thüre war jetzt immer verſchloſſen, viel⸗ leicht, weil das Wetter kälter geworden war, aber Ha⸗ milton bildete ſich ein, es geſchehe, um ihn zu ver⸗ hindern, ſich an die Thürpfoſten zu lehnen und Acht zu geben, wie ſie ihren Brüdern Unterricht ertheilte, bis zum Eſſen gerufen wurde. Die Seltenheit und Kürze ihres gegenwärtigen Verkehrs diente nur dazu, ihm dieſelbe im Gedächtniß zu bewahren und erneuerte beſtändig ſein Bedauern über ihren letzten ſo unnöthi⸗ gen Zanf.

An einem kalten, ſchönen Morgen, als er gerade das Haus verließ, um ſich verſprochenermaßen zu Zed⸗ witz zu begeben, ſah er ſie mit Creſcenz und ihrem Vater an dem Fenſter auf dem Gang ſtehen und in den Hof hinunterſchauen. Sie waren in tiefer Trauerkleidung und hielten große, mit rothen Beeren untermiſchte Epheukränze; ſie betrachteten dieſelben mit ſichtbarer Genugthuung, während ihr Vater in ſo ernſtem Tone mit ihnen ſprach, daß Hamilton's Annäherung zuerſt unbemerkt blieb und er Roſenberg ſagen hörte:

„Ihr könnt Euch leicht vorſtellen, warum ich lieber allein und zu einer andern Zeit gehe. So lange als Ihr in der Schule waret, zwang mich ein Gefühl des Dan⸗ kes für die Aufmerkſamkeit meiner Frau, ſie auf den Kirchhof zu begleiten: die Aufgabe, die Kränze zu legen, geht jetzt auf Euch über, und ich wünſche, daß Ihr beide derſelben dafür dankt, wie ſie es verdient. Es wird Euch gewiß nicht ſchwer fallen, meine Bitte zu erfüllen.“

„Ich hoffe, daß nichts Unerwartetes vorgefallen iſt,“ begann Hamilton mit einem Blick auf das düſtere Ge⸗ wand der Schweſtern.