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werth zu halten. Hildegarde ſtützte ſich auf ein Arbeits⸗ tiſchchen: ihre Augen waren unverrückt auf Hamilton gerichtet, ihre Lippen geöffnet, und ein Ausdruck leb⸗ hafter Theilnahme über ihre ganze Geſtalt verbreitet; ſie folgte ihm mit den Angen, blieb aber unbeweglich, als er ſich erhob, ſie zu verlaſſen, und ſahe mit, wie Hamilton dachte, einem Blick unterdrückten Zornes zu, wie er Creſcenz's Hand in ſeinen beiden drückte, ſeine Wünſche für ihr Glück und ſeine Hoffnungen, daß ſie ihn fernerhin nicht mehr mißverſtehen würde, ihr zu⸗ flüſterte.
Achtzehntes Kapitel. Der Kirchhof.
Hamilton fand eine Art Genugthuung darin, beibe Schweſtern einige Zeit zu vermeiden, — der Gedanke daran, daß er ſich bemühte, Creſcenz von ihrer zu ſicht⸗ baren Neigung zu heilen, war beinahe erhaben und würde ihm wahrſcheinlich den jugendlichen Kopf ver⸗ dreht haben, wenn nicht Hildegarde ein Gegengewicht gebildet hätte. Ihr früherer Widerwille ſchien mit ver⸗ doppelter Kraft zurückgekehrt zu ſein. Sie ſah ihn kaum an, ſprach nie mit ihm und ſchien es nicht im Geringſten zu bemerken, daß er die Abende nicht mehr zu Hauſe zubrachte. Er hatte keine Schwierigkeit gefun⸗ den, über ſeine Zeit zu verfügen; der Einführung bei
einigen deutſchen Familien folgten allgemeine Ein⸗ ladungen, von denen er anfänglich mit freudigem Eifer, bald aber mit einem Gefühl unbeſchreiblicher Lange⸗ weile Gebrauch machte. Er vermißte Hildegarde's Ge⸗ ſellſchaft und begann in Ueberlegung zu ziehen, wie er unmerklich das frühere vertraute Verhältniß wieder herſtellen könnte; aber dieß war ſchwieriger, als er


