Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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und ſchien ausnehmend erfreut üher den Inhalt des Briefes, den Mabame Roſenberg Hamilton mit den Worten zurückgab: „ich bemerke, daß Sie ſo ziemlich geſagt haben, was ich Ihnen empfohlen hatte; und wir ſind Ihnen ſehr verpflichtet. Es würde wirklich eine höchſt unangenehme Geſchichte geweſen ſein, wenn dieſe Heirath abgebrochen worden wäre, und der Ma⸗ jor ließ mehr als nur einen Wink fallen, daß er dieß im Sinne habe.

„Du hältſt Herrn Hamilton auf, meine liebe Ba⸗ bette,“ bemerkte Roſenberg ſanft.

Sie lachte — zog ihr Kiſſen herauf, ſchlug es glatt und wünſchte ihm gute Nacht.

Hamilton fand die Thüre zu Creſcenz's Zimmer

offen; ſie und ihre Schweſter hatten ihn offenbar er⸗ wartet — ſie ſaßen am Fenſter und hatten, entweder um den Mondſchein zu genießen, oder, wie Hamilton nachher vermuthete, um ihre Geſichtszüge weniger deutlich hervortreten zu laſſen, das Licht ausgelöſcht. Hildegarde ſchob ihren Stuhl zurück, Creſcenz hing den Kopf bei ſeiner Annäherung.

„Ich bringe Ihnen einen Brief,“ ſagte er zu letz⸗ terer, „der Ihnen, wie ich hoffe, Freude machen wird. Major Stultz will morgen früh herkommen, und hegt inzwiſchen die Zuverſicht, daß Sie verſuchen werden, Alles, was zwiſchen Ihnen dieſen Abend vorgefallen iſt, zu vergeſſen. Er ſieht ein, daß ſeine abgeſchmackte Eiferſucht genug war, um Sie zu allem und noch mehr als dem, was Sie geſagt haben, zu reizen, und iſt zu glauben bereit, daß Sie unter dem Einfluß äußerſter Aufregung geſprochen haben. Kurz, er iſt Ihnen auf⸗ richtig zugethan, und es wird nur Ihr Fehler ſein, ſenn morgen nicht eine vollſtändige Ausſöhnung ſtatt⸗ ndet.

„Er iſt wahrſcheinlich ſehr zornig geweſen,“ ſagte Creſcenz leiſe, während ſie den Brief zwiſchen ihren