Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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hatte, und welche Ausſicht vorhanden war, daß er Creſcenz vergeben und ihr ſentimentales Geſtändniß vergeſſen werde. Hamilton erzählte ſo viel, als er für nöthig erachtete und ſagte dann, er hätte einen Brief zu überbringen.

„Einen Brief! geben Sie ihn mir, er wird Alles erklären,“ rief Madame Roſenberg.

„Er iſt für — für Fräulein Creſcenz,“ ſagte Hamilton zögernd.

„Thut nichts; bei einer ſolchen Veranlaſſung haben Eltern das Recht, ſich mit dem wahren Stand der Sache bekannt zu machen; außerdem traue ich ſelbſt jetzt Creſcenz nicht ganz, obwohl ihr Vater, zum erſten Mal in ſeinem Leben, während Ihrer Abweſenheit, der⸗ ſelben ſtrenge den Tert geleſen hat. Franz, zünde Licht an und laß mich ſehen, was der Major geſchrie⸗ ben hat.“

„ Hamilton gab äußerſt ungern den ihm anvertrau⸗ ten Brief heraus, und beobachtete Madame Roſenberg mit einiger Gereiztheit, während ſie ſichtbar vergnügt denſelben durchlas. Ein außerordentlicheres Nacht⸗ gewand hatte er in ſeinem Leben nicht geſehen, als dasjenige, worauf jetzt das Licht der Kerze fiel: er war, wie man ſich von ſeinen Bemerkungen in Seon noch erinnern wird, bezüglich der Nachthauben etwas wähleriſch. Die von Madame Roſenberg ſiel ihm durch die Eigenthümlichkeit ihrer Form auf, die mit einer Papierdüte Aehnlichkeit hatte, deren offener Theil nächſt dem Geſicht mit einer Art breiten Spitzenbeſatzes verziert war, während das Ganze durch ein unter dem Kinn zuſammengebundenes Tuch auf dem Kopf feſtge⸗

halten wurde. Sie trug eine Jacke aus roth gedruck⸗

tem Kaliko von, wie ſie es genannt haben würde, tür⸗ kiſchem Muſter, deren Aermel an den Schultern enorm weit waren, und damit den Beweis lieferten, daß ihre Verfertigung nicht vom neueſten Datum war. Ihr Mann hielt die Kerze, ſchaute ihr über die Schulter