Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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An einem der Fenſter des Hausflurs ſtanden Ma⸗ dame Roſenberg und Hildegarde — die erſtere ſprach laut und zornig. „Ich habe nie etwas Abgeſchmackte⸗ res geſehen, als Creſcenz's Benehmen! Vor allen Leuten in der Welt Herrn Hamilton zum Gegenſtand einer ſentimentalen Liebe zu erwählen. Wäre ſie nicht eine ſo einfältige Närrin geweſen, hätte ſie doch leicht bemerken können, daß er eher an alles Andere, als ſol⸗ chen Unſinn denkt. Was den Wink des Majors, als hätte derſelbe geſagt, er liebe Dich, betrifft, ſo iſt das auf meine beſondere Bitte geſchehen; fange Du darum auch an, Dir ſolche Dinge in den Kopf zu etzen!“

„Dazu hat es nicht die geringſte Gefahr,“ ſagte Hildegarde mit verächtlichem Lachen.

„Wo iſt Major Stultz?“ ſagte Hamilton, indem er heftig die Thure öffnete.

„Er iſt leider nach Hauſe gegangen. O, Herr Hamilton, das iſt eine ſehr unangenehme Geſchichte! Wenn Creſcenz's Heirath jetzt abgebrochen würde, es wäre für uns eine wahre Schande.“

„Sie ſoll nicht abgebrochen werden. Ich kann ihm Alles auseinanderſetzen.“

„Laſſen Sie ſich einen Wink darüber geben, was Sie ſagen können,“ rief Madame Roſenberg ihn auf⸗ haltend. „Er iſt voll Zorn und behauptet, wir haben ihn alle betrogen. Können Sie nicht, um die Sache zurechtzulegen, ſagen, Sie haben Creſcenz einige Aufmerkſamkeit geſchenkt und dieſelbe vor einiger Zeit bewundert?“

„Natürlich werde ich das ſagen,“ erwiederte Ha⸗ milton, indem er ſich loszumachen ſuchte. 4

„Sagen Sie auch, daß ſie ſich in Wirklichkeit nichts um Sie kümmert und ihn nur dieſen Abend, weil er ſie eine Coquette nannte, eiferſüchtig machen wollte. Und um ihn etwas einzuſchüchtern, können Sie ebenſo gut noch hinzufügen, Sie würden morgen