Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Eine vortreffliche allgemeine Regel jedenfalls; wir ſind in Wahrheit des Vertrauens nicht werth, und Ihre Schweſter behauptet, wie Sie wiſſen, ich ſei nicht beſſer, als Andere!“

„Iſt dieß Ihre Antwort?“ fragte Creſcenz.

„Wenn Sie es dafür nehmen wollen, werde ich Ihnen unendlich verpflichtet ſein, denn ich bin wirklich in Verlegenheit, etwas zu ſagen —“

„Es iſt genug,“ ſagte ſie, ſich abwendend.

„Halt!“ rief Hamilton, der endlich merkte, daß etwas Außerordentliches vorgefallen war; „halt, und ſagen Sie mir ſchnell, was es gibt. Was haben Sie zu Major Stultz geſagt?“

„Er gab mir Schuld, daß ich — einen Andern — mehr — als ihn liebe — und ich läugnete es nicht. Er nannte — Sie — und — und —“

„Ich verſtehe,“ ſagte Hamilton ſchnell „und er hat Ihnen geſagt, daß Sie verſchmäht würden. Kom⸗ men Sie, ich will ihm Alles zur Genüge erklären.“

Sie traten in das nächſte Zimmer, aber Major Stultz war nicht mehr da.

„Er iſt fort — zu Mama!“ rief Creſcenz, die Hände zuſammenſchlagend, und fügte dann, indem ſie ſich niederſetzte, mit einer Art verzweifelter Reſigna⸗ tion hinzu; „Jetzt iſt mir gleich, was geſchehen mag!“

„Aber mir nicht,“ rief Hamilton; „ich will nicht die, wenn auch unſchuldige Urſache ſein, Sie und Major Stultz zu trennen. Ich muß, wie ich ſehe, im Augenblick zu ihm und die ganze Schuld auf mich nehmen; wenn Sie ſich hernach weigern, Ihre Ver⸗ pflichtung gegen ihn zu erfüllen, ſo iſt das Ihre Sache. Das muß jedoch wirklich das letzte Mal ſein, daß wir über dieſen Gegenſtand ſprechen. Es ſcheint, ich muß meinen Leichtſinn theuer bezahlen, aber es wird eine Lehre für mich ſein, die ich mein Leben lang nicht

vergeſſe.“