Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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und Abendeinladungen annehmen. Hilbegarde's Gleich⸗ gültigkeit ſollte wenigſtens mit ſcheinbarer Gleichgül⸗ tigkeit ſeinerſeits erwiedert werden, und er wollte Sorge tragen, daß ſie niemals das Intereſſe enidecke, das er, wie ihm nun wohl deutlich wurde, ſelbſt ihren eringjügigſen Handlungen beizulegen nicht umhin onnte.

Ein leiſes Murmeln unterdrückter Stimmen im anſtoßenden Zimmer, das er undeutlich vernommen hatte, hörte endlich ganz auf, und nichts als der Schritt eines gelegenklichen Wanderers in der einſa⸗ men Straße unterbrach die Stille der Nacht. Er fühlte ſich aufgeregt und ungeduldig, und in der Hoff⸗ nung, ein Gang bei Mondlicht würde eine beruhigende Wirkung haben, wandte er ſich ſchnell vom Fenſter ab. Wie groß war aber ſein Erſtaunen, als er Creſcenz an ſeiner Seite erblickte. Thränen ſtanden in ihren Augen, als ſie die Hand auf ſeinen Arm legte, um ihn aufzuhalten, und mit kaum hörbarer Stimme zu ihm ſagte:

„Ich muß Ihnen eine Frage vorlegen — wollen Sie mir antworten?“

„Gewiß,“ erwiederte Hamilton höchſt überraſcht.

„Haben Sie dieſen Abend Major Stultz geſagt, daß Sie mich nie bewundert — nie geliebt hätten?“

„Nein — ich glaube eher geſagt zu haben, daß ich Sie und Ihre Schweſter ungemein bewunderte.“

„Das wußte ich,“ rief Creſcenz; „ich habe ge⸗ hört, was Sie ſagten, und erinnere mich deſſen voll⸗ kommen — und jetzt — jetzt will er mich überreden, daß ich mich getäuſcht habe, und verſichert mich, Sie

ziehen Hildegarde bei Weitem vor und haben ihm das

ſehr ausführlich dieſen Abend geſagt!“

„Muß ich denn von jedem müßigen Wort Rechen⸗ ſchaft geben!“ rief Hamilton ungeduldig. „Es ſollte dah Sie gewiß gleichgültig ſein, was ich geſagt

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