Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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Pildegarde's Augen blitzten, und mit einer von Empfindungen beinahe erſtickten Stimme rief ſie:

„Ich verdiene dieſen Schimpf dafür, daß ich Ih⸗ nen vertraut habe; — dieſe hinterliſtigen Ausdrücke der Verachtung find mehr, als ich ertragen kann, und um einer Wiederholung derſelben vorzubeugen, ent⸗ vinde ich Sie jetzt gerne des Verſprechens von geſtern Nacht und erſuche Sie, in Zukunft mich und meine Fehler ganz und gar aus Ihren Gedanken zu ver⸗

bannen.“ Hamilton würde gerne ſeine letzten Worte zurück⸗ genommen haben, wäre es möglich geweſen — er

fühlte, daß Zorn und Eiferſucht ihm dieſelben einge⸗ geben hatten — aber es war zu ſpät; Hildegarde ließ ihm keine Zeit zum Widerruf, ſie hatte das Zimmer mit mehr, als ihrem gewöhnlichen Ungeſtüm verlaſſen. Er verſuchte nicht länger, ſich ſelbſt über die Natur ſeiner Gefühle gegen ſie zu täuſchen; es blieb ihm nur übrig, zu überlegen, wie er in Zukunft ſein Betragen einrichten ſollte. Daß ſie ſich nicht um ihn kümmerte, zeigte ſich deutlich, und der geringe Fortſchritt, den er in ihrer guten Meinung und ihrem Vertrauen gemacht hatte, war, wie er fürchtete, jetzt wieder verloren.

Einen Augenblick dachte er daran, ſich nach Wien zurückzuziehen; aber dann erſchien ihm wieder die Vor⸗ ſtellung, vor einer zufälligen und vollkommen harm⸗ loſen Liebeständelei zu fliehen, zu albern! — Konnte er außerdem hoffen, vaß der Zufall ihn wieder ſo be⸗ günſtigen und auf einen gleich vertrauten Fuß mit einer andern Familie ſetzen würde? Es war nicht zu erwarten; er beſchloß daher zu bleiben, wo er war — aber ſeine Zeit anders anzuwenden. Er wollte mehr mit Biedermann ſtudiren — Univerſitäts⸗Vorleſungen hören, reiten, ſpazieren gehen, den engliſchen Geſand⸗ ten beſuchen, ſich am Hof vorſtellen laſſen, mit den in München lebenden Engländern Betanntſchaft machen,