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„Machen Sie ſich alſo in Bezug hierauf keine zu hohe Vorſtellung von einer Gefahr,“ antwortete A. Z. lachend; „denn ich habe von vielen Gebirgsbewohnern dieſer Gegend gehört, daß ſie ſich derſelben auch Win⸗ ters, wenn ſie über den Schnee gehen, bedienen.“
„Demnach iſt,“ ſagte Hamilton, „eine Gemsjagd etwas ganz Gewöhnliches!“
„Sie verfallen jetzt in das andere Ertrem,“ ſagte Baron Z.; denn, obgleich ſie nichts Ungewönliches iſt, gehören doch ſtarke Sehnen, gute Lungen, ein ſcharfes Auge und eine ſtarke Hand immer dazu, wenn man glücklich ſein will.“
Sie kamen jetzt in Ruhpolding an und fanden dort ihre Führer, auf ſie wartend, — große, kräftig ausſehende Männer, mit ſonnverbrannten Geſichtern und buſchigen Schnurrbärten. Ihr Anzug war von gröberem Stoff, aber ſonſt dem von Baron Z. ganz ähnlich, mit Ausnahme der grauen Strümpfe, die, mit einem ſeltſamen Muſter in Grün verſehen, kürzer waren und die Kniee ganz blos ließen. Um ihre Schultern waren Zwilchſäcke geſchlungen, in welche ſte jetzt ſogleich Röcke, Shawls und Mundvorräthe aller Art packten.
Ein paar Meilen jenſeits Ruhvolding ließ man den Wagen zurück, und nun ſetzte ſich die Geſellſchaft auf einem Fußpfad durch das Fiſchbachthal in Bewe⸗ gung. Die Vegetation ſtand rings herum in reichſter Färbung, das mooſige Gras unter den Bäumen zeigte das tiefſte Grün, und wilde Berberitzenbäume mit ihren zarten Blättern und ſcharlachrothen Beeren wuch⸗ üppiger Fülle nach allen Seiten hin.
Eine Menge ſchöner, zarter Waldblumen zog Ha⸗ milton's Augen an, aber er ſah mit einiger Ungeduld, wie A. Z. und ihr Gemahl ganz gemächlich einige da⸗ von pflückten und unterſuchten, andere mit der Wurzel ausriſſen und alle in eine Blechkapſel ſteckten, die offenbar zu dieſem Zweck mitgenommen worden war.


