67
„Ich erinnere mich,“ fiel A. Z. ein, „wie ich zum erſten Mal eine Alpe beſtieg, trug ich dünne Schuhe und ſeidene Strümpfe; ich kam beinahe barfuß nach Hauſe und mit einer ganz neuen Vorſtellung von einer Alpe.
„O, bitte, geben Sie mir eine Idee davon,“ rief Hamilton, — ich — ich muß geſtehen, ich kann mir keine denken, denn wenn die Leute von einer Alpe reden, kann ich nicht umhin, an die Alpen zu denken.“
„Ihre Frage überraſcht mich nicht, denn ich zweifle, ob ſich das Wort in der hier ihm beigelegten Bedeutung im Wörterbuch findet. Man nennt das Waideland auf den Hügeln oder den niedrigern Partieen des Gebirgs „Alpen“; beinahe jeder Bauer von einiger Bedeutung hat deren eine, und er ſchickt den größten Theil ſeines Viehs die Sommermonate über dahin und läßt Butter und Käſe für den Winter daſelbſt machen. Wo eine Alpe von größerem Umfang iſt, haben mehgere Perſonen daran Theil, und ſtatt einer einzigen Holzhütte ſind dann zwanzig bis dreißig daſelbſt vorhanden.
„Vielleicht eine Art unbewohnten Gemeindelandes2“
„Keineswegs. Sie werden vererbt oder verkauft, oder in Pacht gegeben, und find zuweilen ſehr werthvoll.“
„Die Ausſicht von ihnen iſt natürlich ſehr ausge⸗ dehnt,“ bemerkte Hamilton.
„Gewöhnlich, ſonſt würde ich nicht auf ſo vielen ge⸗ weſen ſein.“
„Und ich,“ ſagte Baron Z., „ſuche immer auf einer derſelben zu übernachten, wenn ich auf einem Jagdaus⸗ flug begriffen bin, denn außer der Möglichkeit von ein paar Stunden Schlaf auf dem Heuboden kann man ſich an einem guten Feuer wärmen und vor Tagesanbruch frühſtücken. Sie ſollen, wenn ich es einrichten kann, eine Alpe ſehen und eine Gemsjagd dazu, ehe Sie nach Seon zurückkehren.“
„Ich zweifle nicht, im Stande zu ſein, ſobald es Ihnen gefällig iſt, eine Alpe zu erſteigen,“ erwiederte Hamilton, „aber für Jemand, der kein dutre. Wübt iſt,


