60 „Nicht gerade das — ich ertheile gern Rathſchläge,
aber
„Sie denken, ich würde Ihnen keine Ehre machen?“
„Ich weiß es wirklich nicht, und will es auch nicht verſuchen. Ihr Ausgehen auf Abenteuer könnte ſie in Verlegenheiten bringen, die nicht immer ſo gut, wie im gegenwärtigen Fall, ablaufen dürften.“
„Mein Glück iſt hier eben ſo außerordentlich ge⸗ weſen, daß ich das Glück nicht ferner auf die Probe ſtellen werde; mein Plan iſt gemacht. Den Winter bringe ich in München zu und ſtudire Deutſch und die Deutſchen. Im häuslichen Kreiſe einer Privatfamilie —“
„Wo keine Jungen ſind?“ fragte A. Z.
„Als Beweis meiner Achtung vor Ihrer Anſicht werde ich auch gegen fünf Knaben nichts einwenden, wie ich Ihnen zugleich verſpreche, eine Wittwe mit unverheiratheten Töchtern zu vermeiden.“
„Ich ſchöpfe jetzt einige Hoffnung bei Ihnen.“
„Wollen Sie während meines Aufenthalts in Deutſchland den Mentor bei mir machen?“
„Nein. „Aber Sie ſagten, daß Sie gerne Rath ertheilen?“ „Allerdings; es iſt, wie Sie wiſſen, das Einzige, was Jedermann gerne gibt und Niemand gerne an⸗ nimmt. Fragen Sie mich um Rath, ſo werde ich ihn geben, obwohl ich zum Voraus weiß, daß Sie keinen Gebrauch davon machen.“
„Gerade ſo viel als John oder Archy.“
„Niemals! Mein Rath würde bei dieſen durch etwas wie mir übertragene väterliche Autorität ver⸗ ſtärkt worden ſein, abgeſehen davon, daß ſie wahrſchein⸗ lich vom Hörenſagen eine ſehr hohe Vorſtellung von meiner Weisheit haben würden.“
„Ich zweifle, ob deren Vorſtellungen über dieſen Gegenſtand höher als bei mir gehen können.“
„Eine ſehr paſſende Antwort — Sie ſind wirklich ein vielverſprechender junger Mann!“


