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„Sie irren ſich. Sie bezog ſich darauf in dem einzigen Brief, den ich ſeit Jahren von ihr erhalten habe. Wirllich kam mir, da mein letzter Brief ſo lange unbeantwortet blieb, der Gedanke, ich wäre von Ihnen Allen ganz vergeſſen, und der Brief, den Sie in München erhielten, wurde auf gut Glück abgeſchickt. Ich ſchrieb abſichtlich in allgemeinen Ausdrücken und unterzeichnete nur mit den Anfangsbuchſtaben meines Namens, da ich überzeugt war, Ihr Vater oder Ihre Mutter würde die Handſchrift erkennen, und Ihnen, oder einem Ihrer Brüder es nicht ſchwer fallen, das Fehlende auszufüllen, und angenehm ſein, unſere Adreſſe zu erfahren.“
„Und doch, verſichere ich Sie, war ich ausnehmend verlegen bei Empfang Ihres Briefs; auch kann ich nicht begreifen, warummein Vater aus einem Arrange⸗ ment, das mich natürlich ſo ſehr intereſſirt, ein ſolches Geheimniß machte. Es ſchien ihm gleichgültig zu ſein, ob ich den nächſten Winter in München oder in Wien zubrächte, und er hat mir hierin vollkommen freie Wahl gelaſſen.
„Vielleicht wußte er, daß ich nicht mehr in Mün⸗ chen war.“
„Aber er ſprach nie von einer ihm befreundeten oder bekannten Perſon in Deutſchland, die im Min⸗ deſten Aehnlichkeit mit Ihnen gehabt hätte! Er er⸗ wähnte ſelbſt, ich weiß es gewiß, niemals Ihres Namens!“
„Demnach, ſcheint es, bin ich ganz vergeſſen; aber da ich ſelbſt mich aus dem Vaterland verbannt habe, bleibt mir auch kein Recht, mich zu beklagen, und es würde unvernünftig ſein, zu erwarten, daß man ſich meiner noch erinnert oder mit den Kindern von mir ſpricht. Ich kann jedoch nicht vergeſſen, daß ich in früheren Zeiten viele Freundlichkeit von Ihren Eltern erfahren und mich Monate lang in ihrem Hauſe auf⸗ gehalten habe zur Zeit, da Sie in der Schule waren.


