Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Stieftöchter,“ erwieberte ſie trocken.

„Das nahm ich für ausgemacht an,“ ſich verbeu⸗ end, als ob er ſehr höflich ſein wollte. „Die jungen Si werden Ihnen in der Haushaltung von großem Nutzen ſein.“

„Das iſt es eben, was bei ihrer Erziehung ver⸗ ſäumt worden iſt; wenn ſie die Wirthſchaft ebenſo gut führen, wie Franzöſiſch ſprechen könnten, würde ich zu⸗ frieden ſein. Aber wenn wir nach München zu⸗ rückkommen, müſſen mir Beide das Kochen lernen. Später will ich dann wechſelsweiſe der Einen die Kin⸗ der, der Andern die Haushaltung übergeben.“

„Sie werden die jungen Damen ſo gut für ihre Beſtimmung vorbereiten, daß ich vermuthe, dieſelben werden nicht lange unverheirathet bleiben.

„Es iſt nicht viel Ausſicht dazu vorhanden! Für vermögensloſe Mädchen finden ſich die Männer nicht ſo leicht!“ erwiederte Madame Roſenberg ſcherzhaft; „ich bin jedoch ſehr geneigt, bei einem guten Antrag meine Einwilligung zu geben.“

Hamilton blickte Hildegarde an, um zu ſehen, welchen Eindruck dieſes Geſpräch auf ſie machte. Sie hatte ſich ſo weit als möglich von den Sprechenden abgewendet und ſchien mit geſenktem Kopfe aufmerkſam die in einem Bierglas zerſpringenden Lufthläschen zu beobachten.

Wäre es ihre Schweſter geweſen, ſo hätte er ge⸗ dacht, ſie habe diefe Beſchäftigung gewählt, um ihre Verlegenheit zu verbergen — aber Verlegenheit war nicht Hildegard's vorherrſchendes Gefühl; ihre zuſam⸗ mengepreßten Lippen und ihre ſchnellen Athemzüge deu⸗ teten auf unterdrückten Zorn hin, der ſich zum Grimm ſteigerte, als ihre Stiefmutter mit direkten Worten Major Stultz fragte, ob er verheirathet wäre, und zur Antwort erhielt: „Ich bin Junggeſelle, Ihnen zu dienen.“

Mit einem plötzlichen Ruck wurde das Glas auf dem Tiſch umgeworfen, und Hamilton hatte, ehe er

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