Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Eine einſichtsvolle Behandlung der reflectirten Lichter bringt in der Darſtellung von Flüſfigkeiten einen außerordentlichen Effect hervor,“ bemerkte Schmierer.

Es trat eine Pauſe ein. Major Stultz ſchien nicht geneigt, über den Licht⸗Refler ſich in eine Erör⸗ terung einzulaſſen. Das Gemälde hatte offenbar keinen weitern Werth in ſeinen Augen, als daß es eine gute Darſtellung von einem Glaſe Bock gab, und ſeine Auf⸗ merkſamkeit wandte ſich jetzt Hildegarde zu, deren rothe Wangen und ſchwellende Lippen ihrer Schönheit mehr Vorſchub leiſteten, als Eintrag thaten.

„Wollen Sie vielleicht die Zeitungen durchſehen, Madame?“ fragte er höflich, die neueſte Nummer ihrer Stiefmutter anbietend.

„Ich danke Ihnenz ich leſe nie Zeitungen, ohwohl ich mit einigen Bekannten zuſammenſtand, den „Eil⸗ boten“ zu halten, unter der Bedingung, daß er zu aller⸗ letzt zu uns kommt, und dann können wir wenigſtens

das Papier zum Putzen der Spiegel und Fenſter be⸗

halten.“

„Es finden ſich jedoch einige recht hübſche Ge⸗ ſchichten und Charaden im Eilboten. Junge Damen haben vergleichen Dinge gern,“ bemerkte er mit einem bezeichnenden Blick auf Hildegarde.

„Meine Töchter dürfen nichts als Franzöſiſch leſen, und ich habe in einer Bibliothek für ſie abonnirt. Ihr Franzöfiſch hat mehr als die Hälfte ihres Lebens in der Schule in Anſpruch genommen, und nun ſollen fie den Knaben darin Unterricht geben.“

„Ich würde nichts dagegen einzuwenden haben, bei

einer folchen Lehrerin Franzöſiſch zu lernen,“ bemerkte

der Major galant. „Ich glaube wahrhaftig nicht, daß Jemand viel

von ihr lernen wird,“ ſagte Madame Roſenberg ſtreng;“

aber ihre Schweſter Creſcens iſt ein gutes Mädchen, und die Kinder haben ſie ſehr gern.⸗ „Sie haben zwei Töchter!“ rief der Maior.

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