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das Zimmer. In einem ältlichen und roth ausſehenden derben Mann, mit einem Bierkrug vor ſich, ſtellte ſich bald der Major Stultz dar — ebenſo bedurfte es keines großen Scharffinns, um in einem abgemagerten, ſenti⸗ mental erſcheinenden jungen Mann, neben dem er ſelbſt ſaß, Herrn Schmierer, den Maler, zu erkennen.
Hildegarde und ihre Stiefmutter waren ihm beinahe gegenüber; die Erſtere heftete, nachdem ſie Hamilton mit einem Blick begrüßt hatte, der geeigneter Weiſe wohl von einer Ohrfeiae hätte begleitet ſein können, ihre Augen auf den Tiſch; die Letztere verneigte ſich ſehr graziös und begann eine intereſſante Unterhaltung über das Wetter, den Barometer und ihren Wider⸗ willen gegen Alles, was einem Gewitter gleich ſah. Als diefe Gegenſtände völlig erſchöpſt waren, hoffte Hamilton, die Rede möchte auf die gegenwärtigen Be⸗ wohner von Seon kommen, aber es erfolgte eine lange und langweilige Discuſſion über die Vorzüge des Sommer⸗ und Winterbiers. Das Strauß'ſche Bier war deliciös — Bock dieſes Jahr heſonders gut ge⸗ weſen. — „Bock,“ rief Major Stultz enthufiaſtiſch, „Bock iſt beſſer als Champagner! Bock iſt —“
Hier blickte er mit verzückter Miene zur Decke
Worte waren, ſchien es, nicht genügend, die Verdienſte dieſes Getränkes auszudrücken.
„Sahen Sie das Gemälde im Kunſtverein in München, das ein Glas ſchäumenden Bocks mit der gewöhnlichen Zuthat von Butter und Rettigen dar⸗ ſtellt?“ fragte Schmierer. „Es war ausgezeichnet ge⸗ malt. Ich glaube, der König hat es gekauft.“
„Da iſt doch noch Sinn in einem Gemälde, wie dieſes,“ antwortete Major Stultz. „Ich ging zwei⸗ oder dreimal hin, es zu ſehen, und konnte mich nicht enthalten, meine Hand auszuſtrecken, um zu fühlen, ob es nicht Täuſchung wäre.“


