Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Gut, Du weiß, wie ich Dir ſagte, daß wir unterwegs viel mit einander plauderten, und — und — kurz, als wir in Seon angekommen waren, ließ er ein Wort von einem Zuſammentreffen bei Mondſchein in dem Corridor fallen.“

„Nicht anders, als ich von ihm erwartet habe!“ rief dieſe ärgerlich. „Wie dreiſt nach einer ſo kurzen Bekanntſchaft!“

„Er iſt ein Engländer,“ ſagte Creſcenz entſchuldi⸗ gend; „und gewiß meinte er nichts Unrechtes dabei, denn ſein Benehmen änderte ſich nicht im Mindeſten, als er Mama ſah, während ich ſo ſchrecklich in Angſt war, ſie möchte bemerkt haben — o! Hildegarde! Was iſt das? Hörteſt Du nichts ſich bewegen?“ „

„O ja; laß uns horchen!“

Eine Pauſe erfolgte.

„Es iſt nichts als das Gewitter und“ — indem ſie tief aufathmete — „das Ticken der großen Uhr.“

„Ganz wie wenn Jemand ſchwer Athem holte,“ rief Creſcenz ängſtlich.

„Und wie dunkel es iſt. Wir können kaum den Weg finden,“ ſagte Hildegarde.

Hamilton wagte nicht, ſich zu rühren; ſie waren ſo nahe bei ihm, daß er hörte, wie ſie mit den Händen an der Mauer hintappten, wo er ſtand. Die Eine ge⸗ langte wohlbehalten nach dem engen Gang, die Andere ſtolperte auf der Treppe; und als Hamilton unwill⸗ kürlich eine Bewegung machte, ihr beizuſtehen, machte ihn der Blitzſtrahl, der ihn ein- oder zweimal in Stand geſetzt hatte, ihre Geſtalten zu unterſcheiden, auf einen Augenblick ſichtvar. Es war vergeblich, daß er ſich wieder nach ſeinem Verſteck zurückzog. Mit einem Schreckensſchrei erhob ſich Creſcenz vom Boden und ſtürzte ihrer Schweſter in die Arme, mit dem Rufe;

z* pabe ihn geſehen! ich habe ihn geſehen! Da iſt er!“

Was? Wer iſt hier?“