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5. ſeinem Mittageſſen geſehen; er ſchien jeboch eine außer⸗ ordentlich günſtige Meinung von ſich ſelbſt zu haben!“
„Auf alle Fälle war es,“ ſagte Creſcenz, „ſehr ver⸗ bindlich von ihm, uns in ſeinen Wagen zu nehmen. Ich bin überzeugt, hätteſt Du an meiner Stelle die mit ihm gemacht, Du würdeſt ganz anders
enken.“
„Liebe Creſcenz! ich zweifle nicht, daß er ſo an⸗ genehm war, als Du ſagſt; und ich ſtimme Dir bet, daß er ſehr artig iſt, und Alles, was Du willſt, aber Du kannſt mich nicht zwingen, ihn für ſchön zu halten.“
„Ich habe nicht geſagt, daß ich ihn für ſchön halte,“ rief Creſcenz abwehrend.
„Nein! aber ſo etwas dergleichen. Laß mich ſehen, hm — die intereſſanteſte Perſon, die Du je ſahſt; ſtrahlende, dunkle Augen, mit langen Wimpern, herr⸗ liche Zähne, ſchöner Mund, feine Manieren u. dergl. mehr! Nun, mir kommt er als ein weibiſch ausſehen⸗ der, hochmüthiger Junge vor, und —“
„O, ich hätte vorausſehen können,“ rief Creſcenz, ihre Schweſter unterbrechend, „ich hatte vorausſehen können, daß er in Deinen Augen keine Gnade finden würde, da er kein Officier mit einem langen klirren⸗ den Schwert an der Seite iſt.“
„Schwert oder nicht Schwert,“ antwortete die Andere lachend, „er würde doch nicht anders ausſehen, als ein aufgeſchoſſener Schuljunge, vielleicht ein Stu⸗ dent oder — oder ein Embryo⸗Attaché bei irgend einer Geſandtſchaft.“
Hamiltons ärgerliches Erröthen blieb in der Finſter⸗
niß verborgen. „Ich hatte im Sinne,“ begann Creſcenz wieder zaudernd, „ich hatte im Sinne, Dir etwas zu ſagen, aber Du ſcheinſt ein ſolches Vorurtheil gegen ihn zu haben, daß —“
„Vorurtheil! nicht im Geringſten. Ich halte ihn nur nicht für beſonders hübſch, das iſt Alles!“


