Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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2² . Waſſers heftig aufregte. Auſmerkſam auf das an⸗ nähernde Gewitter, blieb er an dem Fenſter ſtehen, bis er in ſeinen Träumereien durch den Laut von Fuß⸗ tritten, Stimmen und das Auf⸗ und Zuſchlagen von Thüren unterbrochen wurde.

Er wandte ſich ſchnell vom Fenſter weg, eilte nach dem Ende des Corridors, bog links ein und betrat einen ſehr ſchmalen Gang, der nach einem kleinen vier⸗ eckigen Hofe auslief, welcher einſt ein Garten geweſen zu ſein ſchien und jetzt noch einige Bäume, einen Springbrunnen und eine Maſſe üppigen, verwilderten Graſes enthielt. Sofort ſtieg er einige ſteinerne Stufen hinauf, die ihn nach dem Orgelchor führten, von wo ſich ihm eine vollſtändige Anſicht der Kloſterkirche dar⸗ bot. Die vor dem Altar hängende Lampe warf ihre flackernden Strahlen auf die Gegenſtände in ſeiner un⸗ mittelbaren Nähe — alles Uebrige lag im Schatten; hinter der Orgel befand ſich ein gewolbter, unausge⸗ bauter Raum, aber nichts als einen ſehr plumpen Apparat für Füllung der Blaſebälge enthielt.

Gerade als er dieſen unintereſſanten Platz verlaſſen wollte, traten zwei Perſonen auf den anſtoßenden Chorz aber da er die Stimme ſeiner Reiſegefährtin erkannte und zugleich vernahm, daß ſie von ihrer Schweſter be⸗ gleitet war, begann er ſeinen eiligen Rückzug durch einen andern Gang, als den zunächſt der Orgel; je⸗ doch verwickelte er ſich in der Haſt mit dem Fuß in den Strang, der aus dem Glockenthurm herabhing, ſo daß die geringſte Bewegung von ihm die ganze Einwohner⸗ ſchaft des Hauſes in Allarm bringen mußte. Während er ſich nun, ſo gut es die Dunkelheit geſtattete, heraus⸗ zuhelfen ſuchte, wurde er unwillkürlich Zeüge einer Unterredung, die gewiß nicht für ſein Ohr beſtimmt war.

„Und Dir kommt er alſo gar nicht hübſch vor?“ fragte Creſcenz.

„Ich kann nicht ſagen, daß ſein Ausſehen mir ſonderlich gefiel, aber Du weißt, ich habe ihn nur bei