Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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müſſe, durch ſo nachdrückliches Schreien kund, daß ſeine Mutter genöthigt war, ihre Einwilligung zu geben, und als Hamilton auf das hübſche, erröthende Geſicht des neuen Zuwachſes ſeiner Geſellſchaft blickte, erach⸗ tete er ihrer Mutter Entſchuldigungen nicht blos für langweilig, ſondern auch ganz unnöthig.

Er mußte einige Zeit warten, ehe ſein Kutſcher es für geeignet hielt, abzufahren, und machte einen Verſuch, ſein Vergnügen darüber auszudrücken, daß er eine ſo wünſchenswerthe Reiſegeſellſchafterin erhalten habe; aber die hübſche Crescenz ſchien ſo ſehr unter dem Einfluß falſcher Scham zu ſtehen, daß er für räth⸗ lich hielt, vor der Hand auf jede Unterhaltung zu ver⸗ zichten. Als man aber einmal abgefahren war, zog er ein paar Bücher hervor, bot ihr eines an und nahm das andere für ſich. Dieſes Verfahren ſchien ſie zu überraſchen, aber es hatte die gewünſchte Wirkung, es benahm ihr einigermaßen ihre Verlegenheit.

Sie ſchlug die Blätter mit einer Nachläſſigkeit um, welche ihn auf einmal überzeugte, daß ſie nicht las; ſo wagte er alſo einige Bemerkungen zu machen. Die Antworten waren zuerſt nur einſilbig, erforderten aber eine Erklärung, denn er mißverſtand ſie gefliſſentlich. Ein Gegenſtand der Unterhaltung führte zum andern, und in etwa einer Stunde ſprachen ſie mit einander, als ob ſie Monate lang mit einander bekannt geweſen wären. Sie theilte ihm mit, daß ihr Vater in einer Stellung wäre, die ihm kaum je geſtattete, München zu verlaſſen; ſie und ihre Schweſter hätten ihre Mutter verloren, da ſie noch bloße Kinder geweſen, und wären in die Schule geſchickt worden, als ihr Vater wieder geheirathet hätte. Sie wären erſt vor einigen Wochen nach Haus zurückgekehrt, aber da ihrer Stiefmutter eine Luftveränderung verordnet worden, ſo hätte man Seon gewählt, weil die dortigen Bäder ihr bei einer früheren Gelegenheit zuträglich geweſen. Sie wären ſehr glücklich geweſen, die Schule zu verlaſſen, und