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Die Geschichte von Samuel Titmarsh und dem großen Hoggarty'schen Diamant : drei Bändchen / von W. M. Thackeray
Entstehung
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Kinde hin; und der große, ſtarke Grenadier, die Frau Horner nämlich, machte ein grimmiges Geſicht gegen ſie.

„Armes Geſchöpf!“ ſprach Mylady abermals und nahm Madame Titmarſh ſehr freundlich bei der Hand; „ſie ſcheint noch jung zu ſein. Wie alt ſind Sie denn, meine Liebe?“

„Fünf Wochen und zwei Tage,“ antwortete ſchluch⸗ zend ihre Frau.

Frau Horner brach in ein Lachen aus. Meiner Lady aber trat eine Thräne in die Augen; denn ſie wußte wohl, woran das arme Geſchöpf dachte.

„Seien Sie ſtill!“ rief ſie zornig dem großen Gre⸗ nadier zu, und in demſelben Augenblick fing das Kind im Nebenzimmer zu ſchreien an.

Sobald ihre Frau das Geſchrei hoͤrte, ſprang ſie auf vom Stuhl und trat einige Schritte vor, legte ihre Hände an ihre Bruſt und ſagte: „Das Kind — das Kind — ohl gebt es mir!“ und fing dann wieder an zu weinen.

Die gnädige Frau ſchaute ſie einen Augenblick an, lief dann in das Nebenzimmer und brachte ihr das Kleine, und das Kleine ſchmiegte ſich an ſie, als wenn es ſie kennete. Es war eine Luſt, dieſe liebe Frau mit dem Kind auf ihren Armen anzuſehen.

Als das meine Lady ſah, was glaubt man wohl, daß ſie that? — Nachdem ſie dem Ding eine Minute lang zugeſchaut, ſchloß ſie Ihre Frau voll Rührung in ihre Arme und küßte ſie.

„Meine Liebe!“ ſprach ſie, „ich bins gewiß, daß Sie eben ſo brav ſind, als Sie hübſch ſind, und Sie ſollen das Kind behalten; und ich danke Gott, daß er mir Sie geſchickt hat.“

Das waren buchſtäblich ihre Worte, Dr. Bland, welcher vaneben ſtand, ſagte: „Das iſt ein zweites Ur⸗ theil Salomo's.“

„Gnädige Frau! ich glaube, Sie brauchen mich