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Die Geschichte von Samuel Titmarsh und dem großen Hoggarty'schen Diamant : drei Bändchen / von W. M. Thackeray
Entstehung
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denn die gnädige Frau ſei nur zwei Zimmer davon. Als ich frug, wie das Kleine und Ihre Herrlichkeit ſich be⸗ finde, antwortete die Frau, daß alle beide wohl auf ſeien; nur habe der Arzt geſagt, Lady Tiptoff ſeie zu ſchwächlich, um das Kind noch länger zu ſtillen; und ſomit habe man für nöthig erachtet, eine Säugamme anzunehmen.

„In dem Zimmer befand ſich noch ein junges Frauenzimmer — eine ſchöne, große Perſon, wie man nur eine ſehen kann — dieſe ſchaute Madame Titmarſh und mich ganz böſe und verächtlich an und ſagte: „Ich habe ein Schreiben von der Herzogin, deren Tochter ich geſäugt habe, mitgebracht; und ich glaube, Mrs. Blenkinſop, die gnädige Frau wird lang ſuchen können, bis ſie eine zweite Amme findet, wie mich. Fünf Fuß, ſechs Zoll groß; habe die Kinderblattern gehabt; bin verheirathet an einen Korporal in der Leibgarde, voll⸗ kommen geſund, im Beſitz der beſten Zeugniſſe, trinke nichts als Waſſer. Und was das Kind betrifft, Madame, ſo habe ich Milch genug für ſechſe, wenn die gnädige Frau ſo viele hätte.“ 5

Indem die Frau dieſe Rede hielt, kam ein kleiner, ſchwarz gekleideter Herr aus dem anſtoßenden Zimmer, welcher auftrat, als wenn er auf lauter Sammt ginge. Die Frau ſtund auf und machte vor ihm eine tiefe Ver⸗ beugung, legte die Arme in einander unter ihrer großen, breiten Bruſt und wiederholte die Rede, welche ſie zu⸗ vor gehalten hatte. Madame Titmarſh ſtund nicht auf vom Stuhl, ſondern verneigte ſich blos ein klein wenig, was ich allerdings für nicht ſchicklich hielt, da dieſer Herr offenbar der Hausarzt war. Er ſah ſie ſcharf an und ſagte: „Nun, meine liebe Frau, find Sie auch gekom⸗ men wegen der Stelle?“

„Ja, mein Herr,“ antwortete ſie erröthend⸗

„Sie ſcheinen etwas ſchwächlich zu ſein. Wie alt iſt Ihr Kind? Wie viel haben Sie ſchon gehabt? Was

für ein Zeugniß hahen Sie?“