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Die Geschichte von Samuel Titmarsh und dem großen Hoggarty'schen Diamant : drei Bändchen / von W. M. Thackeray
Entstehung
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Jetzt kam mir auf einmal ein Gedanke. „Liebe Madame Titmarſh,“ ſagte ich, „Sie wiſſen wie brav, wie arm dabei aber auch Ihr Mann iſt.“

„Ja,“ antwortete ſie, etwas verwundert.

„Nun, meine Liebe,“ fuhr ich fort und ſah ihr ſcharf ins Geſicht. „Lady Tiptoff, die ihn wohl kennt, braucht eine Amme für ihr Kind, den jungen Lord Poynings. Wollen Sie eine rechtſchaffene Frau ſein und ſich um die Stelle umthun; wo Ihnen vielleicht — wird für das Kleine, das Gott Ihnen genommen hat?“

„Sie fing an zu zittern und wurde roth. Dann erzählte ich ihr, was Sie, Herr Samuel, kurz zuvor mir von Ihren Geldverhältniſſen gefagt hatten. Sie ließ mich aber kaum recht ausreden, lief nach ihrem Hut und ſagte: kommen Sie, kommen Sie! Fünf Mi⸗ nuten nachher hatte ſie mich ſchon am Arm und wir wandelten mit einander Grosvenor-Square zu. Die friſche Luft that ihr recht gut, Herr Samuel, und auf dem ganzen Weg weinte ſie nicht wieder, außer Ein⸗ mal, da ſie im Square ein Mädchen mit Kindern ſah.

Ein himmellanger Bedienter öffnete die Hausthüre und ſprach: „Sie find die fünfundvierzigſte, die wegen dieſer Stelle kommt. Erſt laſſen Sie mich aber eine Frage an Sie thun. Sind Sie eine Irländerin?“

„Nein,“ antwortete Mrs. Titmarſh.

„Gut, Madame,“ fuhr der Herr mit den Plüſch⸗ hoſen fort, „ich ſehe das ſchon an Ihrem Accent. Sein Sie ſo gut und gehen Sie hier die Treppe hinauf. Sie werden oben noch andere Bewerberinnen treffen. Ich habe aber ſchon vierundvierzig, die ſich um die Stelle meldeten, fortgeſchickt, weil ſie Irländerinnen waren.“

Die Treppe, über welche wir hinauf mußten, war ganz mit weichen Teppichen belegt; wir wurden dann in ein Zimmer geführt, wo ſich eine ältliche Frau be⸗ fand, die uns ſagte, daß wir nicht laut ſprechen ſollten,