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pfindungen unſers Herzens die Noth iſt und habe es aus eigner Erfahrung gelernt dankbar zu ſein für das täg⸗ liche Brod. Dieſes Eingeſtändniß unſrer Schwachheit und Hülfloſigkeit, das in der Bitte um Bewahrung vor Hunger und Verſuchung liegt, iſt gewiß aus weiſen Gründen in unſer tägliches Gebet aufgenommen wor⸗ den. Denke daran Du, der Du reich hiſt und nimm Dich wohl in Acht, eh' Du einen Bettler von Dir weiſeſt.
Da lag das Kind in ſeiner Korbwiege, ſüßes Lä⸗ cheln auf ſeinen ſtarren Zügen — ich glaube die Engel im Himmel mußten ihre Freude haben an dieſem freund⸗ lichen Lächeln der kleinen Unſchuld — und erſt den fol⸗ genden Tag, als ſich meine Frau niedergelegt hatte und ich daſaß und bei der Leiche wachte, fiel mir der Ge⸗ danke an unſre Lage doppelt ſchwer aufs Herz. Ich dachte daran, (mit welch' qualvollen Empſfindungen, vermag ich nicht zu ſagen) daß ich kein Geld mehr hatte, um das arme Geſchöpf begraben zu laſſen, und weinte bittre Thränen der Verzweiflung. Jetzt endlich fiel mir ein, daß ich mich an meine gute Mutter wen⸗ den müſſe; denn dieſes war eine heilige Nothdurft. Ich nahm Papier und ſchrieb an der Seite des Kindes einen Brief, worin ich ihr unſte ganze Lage ſchilderte. Doch, Gott ſei Dank! ich habe den Brief nicht fortge⸗ ſchickt; denn als ich an das Pult ging, um Siegellack zu nehmen, um den kläglichen Brief zu petſchiren, da ſiel mir die Tuchnadel mit dem Diamant in die Augen, an die ich gar nicht mehr vachte, und welche in der Schublade des Pultes lag.
Ich ſah in das Schlafzimmer hinein — meine arme Frau ſchlief noch. Drei Nächte und drei Tage lang hatte ſie gewacht und war endlich vor Müdigkeit eingeſchlafen. Ich rannte mit dem Diamant fort zu einem Pfandleiher, der mir ſieben Guineen darauf gab. Bei meiner Rück⸗ kunft übergab ich das Geld meiner Wirthin und hieß ſie anſchaffen und beſorgen was noͤthig ſei. Meine Frau


