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Die Geschichte von Samuel Titmarsh und dem großen Hoggarty'schen Diamant : drei Bändchen / von W. M. Thackeray
Entstehung
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Samſtag Abend jedoch wurde das Kind krank und be⸗ kam Gichter; den ganzen Sonntag über wachte und betete ihm die Mutter. Aber Gott hatte es gefallen, das unſchuldige Kind wieder von uns zu nehmen und um Mitternacht hielt die Mutter eine Leiche in ihren Armen. Amen.

Wir haben andre Kinder, fröhlich und geſund, die uns viele Freude machen; und aus des Vaters Herzen iſt das Andenken an jenes kleine Geſchöpf faſt ganz geſchwunden. Aber die Mutter denkt, glaube ich jeden Tag, den ihr Gott ſchenkt, an den Erſtgebornen, der ſo kurze Zeit bei ihr bleiben durfte; und oft und viel⸗ mals hat ſie ſchon ihre Mädchen mitgenommen an ſein Grab auf dem St. Bride⸗Kirchhofund trägt noch eine Hals⸗ ſchnur von dem goldenen Haar, das ſie dem Kinde abſchnitt, wie es im Sarge lag und noch ſo lieblich zu lächeln ſchien.

Ich habe mitunter den Geburtstag des Kindes ver⸗ geſſen, ſie niemals; und oft wenn von den alltäg⸗ lichſten Dingen die Rede iſt, kann ſie ein Wörtchen fallen laſſen, daß man ſieht, ſie denkt noch immer an daſſelbe — eine leiſe Andeutung, die für mich unausſprechlich rührend iſt.

Ich will es nicht verſuchen, ihren Schmerz um daſſelbe zu ſchildern. Solche Gefühle ſind heilige Ge⸗ heimniſſe des Herzens und ein Mann braucht ſie nicht zu Papier zu bringen, damit es Jedermann leſen kann. Ich hätte auch den Tod des Kindes gar nicht erwähnt, wäre nicht eben deſſen Verluſt das Mittel zu einem großen leiblichen Segen für uns geworden, was meine Frau noch heute unter Thränen der Rührung und Dankbarkeit erkennt.

Während dieſe um ihr Kind weinte, waren es noch andere Gefühle, außer dem Gram über deſſen Verluſt, die mich den letztern — wie ich zu meiner Schande bekennen muß — weniger ſchmerzlich empfinden ließen. Oft habe ich ſeither daran gedacht, was für eine mäch⸗ tige Gebieterin — ja, ich ſage, Zerſtörerin der Em⸗