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Die Geschichte von Samuel Titmarsh und dem großen Hoggarty'schen Diamant : drei Bändchen / von W. M. Thackeray
Entstehung
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liche Gefängniß kommen mir jetzt vor wie Erinnerun⸗ gen aus Fieberträumen. Welch' ein furchtbarer Auf⸗ enthalt, nicht wegen des Ernſtes und der Traurigkeit, wie man denken ſollte, ſondern wegen der Luſtigkeit, die daſelbſt herrſchte. Die langen Gänge des Gebäudes waren, wie ich mich recht wohl erinnern kann, voll Leben und rühriger Geſchäftigkeit. Tag und Nacht ſchlugen die Thüren auf und zu; hörte man laut ſpre⸗ chen, fluchen, hin⸗ und hergehen und Gelächter. Unſerm Zimmer zunächſt war eines, in dem Jemand Wachhol⸗ derbranntwein feil hatte. Hier wurde vom Morgen bis in die Nacht geſchwärmt, gezecht und geſungen, zum Theil Schelmenlieder und Zotenz doch mein liebes Weibchen war, Gott ſei Dank! nicht im Stand, den größeren Theil ihrer Gemeinheiten zu verſtehen. Nie ging ſie aus vor Einbruch der Nacht; den ganzen Tag ſaß ſie da und arbeitete an den nöthigen Häubchen und dem übrigen Anzug für den erwarteten Fremdling und fühlte ſich dabei nicht unglücklich, wie ſie noch heute verſichert. Allein das Leben im Kerker machte ſie krank, da ſie von jeher an die geſunde Landluft gewöhnt ge⸗ weſen und ſie ward von Tag zu Tag bläſſer. Unſerem Fenſter gegenüber befand ſich der Spiel⸗ platz und hier pflegte ich mir täglich ein Paar Stun⸗ den die Zeit zu vertreiben, was ich anfänglich ſehr ungerne gethan, in der Folge aber, ich wili es nur geſtehen, nicht mehr laſſen konnte. Ach! es ging wun⸗ derlich zu an dieſem Orte. Es gab da eine Ariſtokratie ſo gut wie anderwärts; unter Andern befand ſich hier ein Sohn des Lord Dausaß. Manche von den Schuld⸗ gefangenen drängten ſich ſehr eifrig zu ihm hin und thaten wie gute Bekannte von ſeiner Familie; nicht anders als gehörten ſie zu den Pflaſtertretern der Bondſtraße. Einer war namentlich der arme Tidd der⸗ ſelben. Von ſeinem ganzen Vermögen war ihm nichts geblieben als ein geblümter Schlafrock und ein Toilet⸗ tenkäſtchen. Zu dieſen Beſitzthümern kam noch ein