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Fenſter in der Fronte find vergittert, und neben der ſchmutzigen Hausthüre befand ſich eine glaͤnzende Platte von Meſſing, welche beſagte, daß hier „Aminadab, Officiant des Scheriff von Midvleſer“ wohne. Ein kleiner rothhaariger Iſraelite öffnete die Hausflur, als zti Kutſche hielt, und empfing mich und mein Ge⸗ päcke.
Sobald wir eingetreten waren, ward ſie wieber verriegelt und ich befand mich vor einer zweiten groß⸗ mächtigen Thüre mit ſchweren Schlöſſern; durch dieſe mußten wir und betraten endlich die Hausflur.
Das Innere brauche ich nicht näher zu beſchreiben. Es iſt gerade wie bei zehentauſend andern Häuſern in unſrer finſtern Altſtadt. Ein ſchmutziger Gang, eine ſchmutzige Treppe, und von dem Gang gingen zwei ſchmutzige Thüren in zwei Zimmer voll Schmutz, vor deren Fenſtern ſich ſtarke Gitter befanden. Dabei waren ſie dennoch ſchauerlichen Prunkes voll, daß mir jetzt noch übel wird, wenn ich daran denke. An den Wänden hingen miſerable Gemälde aller Art in huntſcheckigen Rahmen — die weit unter den Mei⸗ ſterſtücken meines Namensvetters Michael Angelo blie⸗ benz auf dem Kamingeſims ſtanden große franzöſiſche Uhren, Vaſen und Leuchter, und auf den Nebentiſchen coloſſale Theebretter mit Silbergeſchirren von Birming⸗ ham; denn Herr Aminadab verhaftete nicht nur die, welche kein Geld hatten, um zu zahlen, ſondern lieh auch welches denen, die noch zahlen konnten, und hatte gewerbsmäßig dieſe Gegenſtände bereits mehrere Male verkauft und wieder angekauft.
Ich nahm mit der hintern Stube für die Nacht vorlieb. Während ein Judenmädchen ein kleines ärm⸗ liches Bett auf dem Sopha zurecht machte, — wehe dem, der darin ſchlafen mußte! — wurde ich in das vordere Zimmer zu gehen erſucht, wo Herr Aminadab mir Muth einſprach, und ſagte, ich würde ein Diner umſonſt bekommen in einer Geſellſchaft, die ſoeben an⸗


