Freund Michael Hoggarty iſt, will ich ein Hundsfott ſein.“ Das waren die eigenen Worte ſeiner Herrlichkeit. Frau Hoggarty auf Schloß Hoggarty machte die Broſche los und es ihn näher anſehen.
Wer hat das gemalt?“ ſagte Mylord; „in meinem
Leben habe ich keine ſprechendere Aehnlichkeit geſehen.“
„Mulcahy,“ antwortete ich, „von Ormond's Quai.“
„Er zähle auf meine kräftigſte Fürſprache und Un⸗ terſtützung!“ ſagte Mylord. Auf einmal aber verfinſterte ſich ſein Geſicht und er gab mir das Medaillon zurück mit einer Miene der Unzufriedenheit. „Das Porträt hat einen großen Fehler,“ ſagte ſeine Herrlichkeit, die ſtrenge auf Ordnung hielt — „und mich wundert, daß mein Freund Nichnel als Soldat ihn ſoll überſehen haben.“
„Was denn?“ fragte Frau Hoggarty von Schloß Hoggarty.
„Madam, er trägt ja keinen Degen auf dem Bild!“ — und ganz böſe nahm er wieder die Karten zur Hand
und ſprach während des ganzen Spiels kein Wort mehr.
Als dem unglücklichen Künſtler den andern Tag die⸗ ſes zu Ohren kam, ward er auf der Stelle wahnſinnig. Er hatte ſeine ganze Ehre darein geſetzt, mit dieſem Bildchen ein Meiſterſtück zu liefern, an dem nichts aus⸗ zuſetzen ſein ſollte. — So ſchlimm wirkte jene Nachricht auf ſein reizbares Gemüth. Als Frau Hoggarty ſtarb, nahm Dein Oheim das Schmuckſtück zur Hand und trug es ſeither ſelbſten. Seine Schweſtern ſagten, wegen des Diamants; während er es rein aus Liebe für die Kunſt und — o des ſchnöden Undanks! — auch darum trug, weil das Haar von ihnen war. Was jedoch den unglück⸗ lichen Maler betrifft, ſo wollten Einige wiſſen, es habe ihn der unmäßige Genuß geiſtiger Getränke in ein de⸗ lirium tremens verſetzt; aber ich glaube nicht. Trink noch ein Glas Roſoliv.“
Die Erzählung dieſer Geſchichte verſetzte meine Tante jedes Mal in eine ſehr gute Laune, und als ſie zu Ende


