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Meine Tante war reich und ich dachte, ich könnte ebenſo gut ſie beerben als ein anderer.
Während meiner vierwöchigen Urlaubszeit bezeigte ſie ſich beſonders gütig gegen mich, lud mich oft zum Thee ein — obgleich eine gewiſſe Perſon im Dorfe ſich befand, mit der ich an dieſen göttlichen Sommerabenden lieber im Freien herumgeſchlendert wäre —; verſprach mir jedes⸗ mal, als ich ihren ſchwarzen Thee trank, ein Anſehnliches für mich zu thun, bevor ich wieder abreiſe; ſogar mußte ich drei bis viermal bei ihr zu Mittag eſſen und nachge⸗ hends mit ihr Whiſt ſpielen. Ich war kein großer Freund vom Spiel. Zwar machten wir immer ſieben Stunden lang fort, wobei ich ſtets verlor; doch betrug mein Ver⸗ luſt im Ganzen an Einem Abend niemals mehr als neun⸗ zehn Pfennig. Eine ſchlimme Zugabe hiebei war ein hölliſches widriges Getränk von ſchwarzen Johannisbeeren, das die Frau ihren Roſolio nannte, womit ſie jedesmal beim Eſſen aufwartete und noch um zehn Uhr vor Schla⸗ fengehen mich regalirte. Ich durfte es nicht abſchlagen, ungeachtet es mir auf Ehre ſtets ſehr übel bekam.
Bei all dieſer Hingebung von meiner Seite und den wiederholten Verheißungen der Tante glaubte ich, dieſe würde mir zum mindeſten eine Handvoll Guineen ſchenken, von denen ſie eine ſchwere Menge in der Schublade hatte; und vaß ein derartiges Geſchenk mir zugedacht ſei, war mir ſo wenig zweifelhaft, daß ein junges Frauenzimmer Namens Marie Smith, der ich ſolches mitgetheilt hatte, in der That mir ein grünſeidenes Beutelchen ſtrickte, das ſie mir hinter Hicks, Heuſchober zuſteckte, rechter Hand, wo man das Kirchhofgäßchen hinaufgeht.
In dem Beutelchen war Etwas, wenn ich die ganze
Wahrheit ſagen ſoll. Erſtlich eine dicke Locke vom glän⸗ zendſten, ſchwärzeſten Haar, ſodann die eine Hälfte eines Sechspfennigſtücks an einer blauen Schnur, es um den Hals zu tragen. Ach! nur ich wußte, wo die andere


