— —
ſchwunden waͤre. — Melanie, ich bin nicht Dein Bruder.“ —
„Du nicht mein Bruder!“ rief ſie erbleichend — ihr Haupt ſank an ſeine Bruſt — ſie erlag der Fuͤlle ihres Gluͤcks. Victors heiße riefen ſie in's Leben zuruͤck.
Augenblicke der reinſten Seligkeit jetzt den Liebenden voruͤber; doch bald erwachte in Victor das Bewußtſein der Scheidewand, die er ſelbſt zwi⸗ ſchen ſich und der Geliebten aufgefuͤhrt hatte, und er ward von Neuem eine Beute des Grams. Sein Geluͤbde, ſein Glaube, die Stimme ſeines Gewiſ⸗ ſens erhoben ſich mächtig gegen die gluͤhende, un⸗ überwindliche Leidenſchaft, die mit ſeinem Leben durch und durch Eins geworden war. In ſeinen jetzigen Verhaͤltniſſen laſtete die Verſchuldung auf ihm allein, wenn er Melaniens Gatte wurde. Sie wußte nicht, daß er die Prieſterweihe erhalten habe, ſie blieb engelrein, wenn ſie ſein Weib wurde. — Durfte er die Unſchuldige taͤuſchen? — Konnte er von ihr laſſen, der alle Schlaͤge ſeines Herzens ge⸗ hoͤrten? — So von Pflicht und Leidenſchaft hin⸗ und hergeriſſen, war er in den Stunden, wo die lezte ſiegte, innig, zärtlich, gluͤcklich — behielt aber


