— 273 — ſein Herz druͤckend, aber unſicher, wie er ihr ſein Geheimniß mittheilen ſolle, ohne ihr durch die Ge⸗ walt der Ueberraſchung zu ſchaden. „Dieſes Wort gibt mir das Leben wieder. Ja,
mein Bruder, laß uns vereint leben, wir können
dann nimmer ſo furchtbar leiden, ſo ungluͤcklich ſein, als wir es von einander getrennt ſind.“
„Meine Melanie, meine geliebte, meine ange⸗ betete Melanie!“
„Warum nennſt Du mich nicht Deine Schwe⸗ ſter?“ fliſterte ſie. — „Doch warum will ich mir dieſen Augenblick des Gluckes truͤben! Biſt Du doch da! ſehe ich Dich doch endlich wieder! — O mein Bruder, mein Freund — wie iſt es nur moͤglich, daß ich unſere Trennung habe uͤberleben koͤnnen!“
„Jetzt ſiehſt Du mich wieder — ich komme zu Dir zuruͤck — ungerufen, unerwartet, freiwillig — glucklicher, als ich es je zu werden hoffte.“
„Victor,“ rief ſie bewegt, „was ſoll ich glau⸗ ben, was denken?“
„Als ich Dich verließ, Melanie, ſchwor ich Dir und mir, Dich nicht eher wieder zu ſehen, bis jede Gefahr, mit der unſere Liebe uns bedrohte, ver⸗


