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tung fuͤr lange Leiden und vieljährigen Gram ſchul⸗ dig bin. Oeffnen Sie, wenn ſie dieſe Zeilen leſen, Ihr Herz der Stimme Ihres Sohnes. Ich druͤcke dieſem Blatte den ehrfurchtsvollſten, den zaͤrtlichſten aller Kuͤſſe auf. — O meine Mutter! wie unend⸗ lich reich iſt das Menſchenherz! welche neue Welt ſchließt mir dies Wort auf! — FJetzt erſt, da ich eine Mutter habe, begreife ich die Vaterliebe Got⸗ tes!“ —
Victor kam in Paris an, er flog nach Mela⸗ niens Hauſe, die Treppe hinauf, oͤffnete die Thuͤr — Melanie ſah bei ſeinem Eintritt auf — ein Blick, ein Schrei — und ſie lag leblos in ſeinen Armen. Seine Kuͤſſe, ſeine Thränen weckten ſie — ſie ſchlug das Auge auf — „Du biſt es?“ rief ſie.
„Melanie,“ fragte er zitternd, „liebſt Du mich noch?“
„Ich lebe ja noch!“ antwortete ſie mit jenem ſuͤßen Ton, der die Seele ohne Schmerz mit Weh⸗ muth fuͤllt, und barg das ſchoͤne Haupt auf ſeine Schulter. „Grauſamer, wie konnteſt Du mich ver⸗ laſſen! und kommſt Du jetzt nur, um von Neuem zu ſcheiden?“
„Nein, mein!“ rief er, ſie leidenſchaftlich an


